Kuba – İViva la Revolución!

10.05.2015 | Anja Sauer | Lifestyle

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Kaum ein Land wurde so durch eine Revolution geprägt wie Kuba. Ihre Spuren sind auch heute noch deutlich erkennbar. Genau auf diese Spuren machte sich auch Drivers Club Germany-Redakteurin  Anja Sauer.

Kuba – bei diesen vier Buchstaben denke ich unter anderem an Che Guevara, Fidel Castro, Havana Club, Oldtimer und den Buena Vista Social Club. Klingt sehr vielseitig und genau das ist Kuba. Ob einsame Strände mit türkisblauem Wasser, Wälder und Palmenhaine oder lebendige Metropolen, in Kuba gibt es all das auf einmal. In welche Region möchte ich denn? Mache ich eine mehrtägige Rundreise oder bleibe ich an einem Ort? Schwierige Entscheidung – letztendlich entscheide ich mich für Varadero und Havanna, die Mischung aus Bade- sowie Stadturlaub erscheint mir für meinen ersten Kuba-Trip am besten.

Varadero, die bekannte Landzunge im Norden der Insel und das etwa anderthalb Stunden Fahrt entfernte Havanna lassen sich gut miteinander kombinieren, denn man darf die Größe von Kuba (rund 110.000 km²) nicht unterschätzen. Schnell mal von einer zur anderen Seite auf einer Autobahn fahren, ist nur bedingt möglich, denn das Straßennetz ist oft (noch) sehr schlecht oder kaum vorhanden.

In Varadero befinden sich eine Vielzahl von Hotels oder besser gesagt Hotelkomplexe, meist große Kästen aus vergangener Zeit, in denen Touristen einen Badeurlaub verbringen kann. Ich suchte schon sehr genau und entscheide mich für ein hübsches Iberostar-Resort fast am Ende der Halbinsel. Bei Iberostar kann man nichts falsch machen, es hat fünf Sterne Landeskategorie. Allerdings liegt das Management der Hotels meist in staatlicher Hand und ein Vergleich mit einem europäischen Iberostar ist kaum möglich. Abstriche muss jeder Urlauber bei den bekannten Hotelketten machen wie in vielen Ländern, aber alles in Allem bin ich zufrieden mit meiner Auswahl. Das Zimmer ist groß und sauber, die Poolanlagen und der Strand in sehr gutem Zustand. Meistens bieten die All-Inclusive-Resorts (noch) günstige Preise, Essen und Getränke gibt es reichlich.

Beim Essen sollten die Gäste allerdings keine kulinarischen Extravaganzen erwarten, denn bedingt durch rationierte Zutaten wie beispielsweise Salz kann es vorkommen, dass so manches etwas fade schmeckt. In einem der hoteleigenen Spezialitäten-Restaurants oder auswärts Essen schmeckt mir dagegen sehr gut. Bei den Getränken braucht man nirgendwo  Bedenken haben, beim Rum gibt es nur Markenware. Der „einfache“ Havana Club ist sehr preiswert. Schade, dass der deutsche Zoll die Einfuhr begrenzt, denn ein Großeinkauf würde sich sehr lohnen.

Von Varadero aus können viele Ausflüge unternommen werden. Es gibt zahlreiche heimische Reiseveranstalter, die sehr interessante Touren zum Beispiel ins Landesinnere oder zu schönen Tauchplätzen anbieten. Ich mache eine Tour zu einer alten Zuckerfabrik bei Cárdenas, die heute nur noch als Museum dient, denn der Zuckerexport ist vor Jahren stark eingebrochen. Von einem Einheimischen erfahren wir in unserer kleinen Gruppe, wie das Zuckerrohr angebaut wurde, wie man es geschnitten hat (ich durfte auch mal) und wie es in der Fabrik verarbeitet wurde. Dabei fahren wir mit einem Dampfzug durch kleine Dörfer, die wirken, als wäre dort die Zeit stehen geblieben. Trotzdem haben diese Dörfer einen ganz besonderen Charme, denn die Menschen strahlen eine tiefe Lebensfreude aus, obwohl sie nicht besonders viel haben oder vom Staat bekommen – ein Kugelschreiber und ein kleiner Schreibblock kann zum Beispiel bei kubanischen Kindern riesengroße Freude und Dankbarkeit auslösen. In der neu gebauten Marina von Varadero an der Spitze der Landzunge gibt es einige neue Hotels, eine Tauchschule und viele Geschäfte, die sich dort nach und nach ansiedeln, die Promenade lädt schon jetzt zum Schlendern ein. Hier merke ich deutlich, dass nirgendwo Stillstand und Fortschritt so nah beieinander liegen wie in Kuba.

Im Hotel gebucht, mache ich noch einen Schnorchel-Ausflug mit einem kleinen Boot. Die Betonung liegt auf klein, denn eigentlich fahren große Katamarane mit über hundert Leuten in die gängigen Schnorchelgebiete – da nehmen die Fische doch gleich Reißaus. Besser, man fragt nach kleinen Booten, die mit netter Crew zu chartern sind. Wir sind zu viert und bezahlen nur unwesentlich mehr als für eine Tour auf dem Riesen-Katamaran, bekommen dafür fangfrischen Hummer und entlegene Schnorchelgebiete und Strände gezeigt. Übrigens sprechen viele Kubaner etwas Deutsch, denn durch die Verbindung zur ehemaligen DDR konnten sie dort studieren. Allerdings kommt man mit ein paar Spanisch-Kenntnissen natürlich viel weiter und die Einheimischen freuen sich sehr, wenn ausländische Besucher zumindest ein „Buenas Dias“ und ein „Gracias“ herausbekommen. Ansonsten helfen Hände und Füße sowie in den Touristengebieten ein paar Worte Englisch – dort haben sich die Kubaner größtenteils stark auf ihre Gäste (besonders auf Kanadier) eingestellt.