Kleine Sportskanone: Fahrbericht Peugeot 208 GTi

10.05.2013 | Christian Sauer | Testrides

Peugeot 208 GTi Drivers Club Germany

Denkt man an „GTI“, denkt man an automatisch an den Golf GTI von Volkwagen. Das war in den 1980er Jahren und vor allem in Frankreich nicht selbstverständlich, schließlich brachte Peugeot mit der Sportversion des 205 selbst einen GTi auf die Straße und die Rallyepisten dieser Welt. Nun tritt der Peugeot 208 GTi in seine Fußstapfen – hier unser Fahrbericht des kompakten Sportlers.

Die Leistungsdaten klingen verlockend: 200 PS und 256 Nm Drehmoment, sechs Sekunden aus dem Stand auf 100 sowie 210 km/h Topspeed; aber auch 5-Gang-Getriebe, Allradantrieb und Mittelmotor!? So hochgerüstet schickte Peugeot nämlich im Jahr 1984 exakt 200 Exemplare des 205  Turbo 16 als Homologationsfahrzeug auf die Straße, um bei der Rallye-Weltmeisterschaft antreten zu können. Trotz des damals fast unvorstellbaren hohen Preises von 94.000 DM fanden die Straßenversionen ihre Käufer und Liebhaber, heute gelten sie als extrem seltene Sammlerstücke. Fleißig Erfolge gesammelt hat Peugeot mit der Rennversion des 205 auf der ganzen Welt, u.a. auch bei der Rallye Paris-Dakar und beim „Race to the clouds“ hinauf zum Gipfel des Pikes Peaks in Colorado.

 

Wie wir von Drivers Club Germany bereits mehrfach berichteten, will Peugeot dieses Jahr wieder an diese Erfolge anknüpfen und schickt einen 875 PS starken sowie 875 kg leichten Gipfelstürmer samt Rallye-Rekordweltmeister Sébastien Loeb zum legendären Bergrennen. Deutlich seriennäher als das Flügelmonster sind die neuen Kundensport-Varianten des 208 für Rallye-Pisten und Rundstrecken. Auch sie sollen helfen, das sportliche Image des mit Citroen zum PSA-Konzern gehörenden Traditionsherstellers aufzumöbeln. Das Vorgängermodell des 208 GTi, der 207 RC schaffte das nur bedingt. Eher schon der RCZ mit dem auffällig geformten Dach. Das erfolgreiche Coupé als günstigere Alternative zum Audi TT erhielt dieser Tage ein kleines Facelift, das allerdings nur marginale Änderungen bei der Optik und Ausstattung, aber keine wesentliche Technikneuerungen brachte.

Das macht nichts, denn aus eigener „Erfahrung“ können wir dem 200 PS starken Vierzylinder-Turbo mit 1,6 Liter Hubraum und maximal 275 Nm Drehmoment als Topmotorisierung durchweg gute Noten erteilen. Eine lobenswerte und durchaus nachvollziehe Entscheidung war es dementsprechend, dass die Franzosen dem mit 3,96 m kompakteren und mit 1.265 kg auch leichterem 208 GTi genau dieses Triebwerk einpflanzten. Im Vorteil ist die kleine Sportskanone dementsprechend auch mit 6,8 Sekunden bei der Beschleunigung auf 100 km/h und beim Verbrauch von offiziell 5,9 Liter im Durchschnitt. Nur durch die etwas schlechtere Aerodynamik des 208er gegenüber dem RCZ liegt die Höchstgeschwindigkeit bei 230 statt 235 km/h.