Kia Sorento: SUV-(Geheim)Tipp

08.04.2016 | Christian Sauer | Testrides

Kia Sorento Drivers Club Germany
Auch wenn derzeit vor allem der neue Sportage promotet wird, fuhren wir seinen großen Bruder und klären, für wen der Sorento die erste Wahl ist. Hier geht’s zu unserem Fahrbericht.

Das Angebot an SUVs ist bereits jetzt riesig und wird dieses Jahr noch weiter wachsen. Doch ein größeres Modell mit dem Platzangebot – vor allem in der Länge – eines Kombis, kombiniert mit ein paar weiteren Wünschen und das alles zu einem fairen Preis ist nicht einfach zu finden. Bei der Suche danach fallen die deutschen Premiumhersteller wegen ihrer Preisgestaltung mit teils unverschämt teuren Aufpreisen heraus und da das erste Skoda-SUV sowie der Ford Edge noch auf sich warten lassen, landen wir unwillkürlich bei den südkoreanischen Schwestermodellen Hyundai Grand Santa Fe und Kia Sorento.

Während die Plattform beider mit rund 2,80 m Radstand identisch ist, fällt das 4,78 m lange Kia-Flaggschiff in der dritten Generation im Vergleich zum Hyundai sogar etwas kürzer aus. Der gebürtige Bayer Peter Schreyer, früher für Audi und VW tätig, verantwortet heute als Chefdesigner die gesamte Formensprache der Hyundai Kia Automotive Group und gab dem Sorento anstatt viel Chrom, lieber ein geradliniges Design außen und innen mit auf den Weg. Der große, fast senkrechte Kühlergrill erinnert ein wenig an den „Diamantgrill“ von Mercedes-Benz. Eingerahmt wird die markante Front von schmalen, weit nach hinten gezogenen Scheinwerfern. Das elegante, lang gestreckte Profil endet in einem optisch breit wirkenden Heck. Je nach Ausstattung strahlen die Rücklichter in LED-Technik und bis zu 19 Zoll große Räder mit 235er Bereifung unterstreichen den elegant-sportlichen Charakter.

 

Entsprechend seiner stattlichen Länge bietet der Sorento enorm viel Platz für fünf Personen und 605 Liter Gepäck (maximal 1.732 Liter) oder auf Wunsch sogar für sieben, wobei dann noch 142 Liter übrig bleiben. Wer auf die ausklappbaren Zusatzsitze für 900 Euro extra verzichtet, bekommt unter dem eigentlichen Kofferraum mit sensorgesteuerter elektrischer Heckklappe weitere 55 Liter Stauraum. Dort würden sicherlich auch die Batterien eines Hybrid- oder vielleicht sogar die Tanks eines Wasserstoff-Antriebes genügend Platz finden. Doch darauf verzichtet Kia beim Sorento bis dato ebenso wie zumindest hierzulande auf einen Benziner. Beispielsweise in den USA gibt es dafür verschiedene Leistungsstufen mit einem 290 PS starken 3,3-Liter-V6 als Krönung.

In Deutschland setzen die Koreaner entsprechend des Kaufverhaltens ausschließlich auf einen laufruhigen 2,2-Liter-Vierzylinder mit 200 PS und satten 441 Nm Drehmoment ab 1.750 Touren. Der beschleunigt den 2-Tonnen-Kolos in knapp neun Sekunden auf Tempo 100 und weiter bis zur Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h. Schneller geht zwar immer, aber wir finden die Fahrleistungen für ein solches SUV ausreichend, gerade wenn sich der Verbrauch wie versprochen tatsächlich unter acht Litern Diesel einpendelt. Offiziell sind im Durchschnitt 5,7 bis 6,6 Liter angegeben. Am sparsamsten präsentiert sich der Sorento mit Frontantrieb und Handschaltung. Mit dem 6-Gang-Getriebe war auch unser Testwagen ausgerüstet: An sich hinterlässt es mit relativ kurzen Schaltwegen einen guten Eindruck. Allerdings begann die Kupplung schon bei normaler Beanspruchung, beispielsweise beim Einparken am Berg, stark zu riechen.