Mutiger Schritt: Kia Optima Hybrid

21.03.2015 | Christian Sauer | Testrides

Kia Optima Hybrid Front
Wir fuhren das zweite Modell vom Kia-Hyundai-Konzern mit (teil)elektrischem Antrieb. Kann die stattliche Limousine überzeugen? Diese Frage beantwortet unser Fahrbericht.

Der 4,85 m lange Wagen war bei seiner Markteinführung Anfang 2013 der erste Hybrid des Kia-Hyundai-Konzerns und sollte den Weg für den neben dem Kia Soul EV ebnen. Für das Modelljahr 2015 bekam der Optima mit zwei Motoren eine Überarbeitung vor allem mit neuen optischen Details. Das mehrfach preisgekrönte Design mit elegant sportlichem Charakter wurde in den Kia-Designzentren in Frankfurt und dem kalifornischen Irvine (Kalifornien) unter der Leitung des Deutschen Peter Schreyer entworfen. Der Kia- und Hyundai-Chefdesigner wurde zugleich zum Präsidenten des Automobil-Konzerns befördert. Er müsste also wissen, was sich Kunden in Europa von ihrem Auto wünschen. Doch der Optima muss sich auch in anderen Märkten inklusive der USA verkaufen. Ob sein Heck deshalb an das Tesla Model S erinnert?

Das wissen wir nicht, aber fest steht, dass die rein elektrisch angetriebene Limousine aus Kalifornien mit seiner großen Heckklappe deutlich einfacher zu beladen ist als der Kia Optima mit seinem traditionellem Kofferraum-Deckel. Und hinter der relativ schmalen Lucke wartet ein verhältnismäßig kleiner Stauraum mit 381 Litern. Die hinter den Rücksitzen installierten Batterien reduzieren das Volumen gegenüber den Optima-Versionen ohne Hybrid-Antrieb um rund 120 Liter. Wenn Kia auf das Ersatzrad verzichten und durch ein inzwischen oft verwendetes Tire-Fit-Kit ersetzen würde, gäbe es zumindest dort etwas mehr Platz fürs Gepäck. Leider sind die Rücksitze auch nicht umklappbar und gibt lediglich eine Ski-Durchreiche. Das Platzangebot für die Passagiere fällt dafür hinten wie vorn großzügig aus.

 

Unterstützt wird das luftige Raumgefühl zusätzlich durch das zweiteilige Panoramadach und die weiße (Kunst)Leder-Ausstattung in unserem Testwagen. Die beiden Extras fallen mit 990 Euro und 550 Euro nicht nur recht günstig aus, sie sind zudem die beiden einzigen Sonderausstattungen für den Optima Hybrid. Serienmäßig sind neben den schwarzen Teilledersitzen mit elektrischer Verstellung, Beheizung und Belüftung auch weitere Komfortfeatures wie schlüsselloser Zugang mit Aktivierung des Innenlichts bei Annährung, beleuchtete Einstiegsleisten, Lenkradheizung, Infinity-Premium-Soundsystem, Parkassistent und Rückfahrkamera für den 8-Zoll-Touchscreen in der zum Fahrer geneigten Mittelkonsole.

Ihm steht zudem ein 4,6 Zoll großer TFT-LCD-Bildschirm zwischen den analogen Instrumenten zur Verfügung. Er dient als Anzeige für den Bordcomputer und liefert verschiedene Informationen zu den diversen Assistenzsystemen sowie zum Hybrid-Antrieb, vom Energiefluss bis zum „ECO“-Level der momentanen Fahrweise. Das sogenannte „Eco-Aktivsystem“ ist beim Start immer automatisch aktiviert und trimmt die Motoren, das Getriebe sowie die Klimaanlage auf Sparsamkeit. Wer die volle Leistung haben möchte, muss die große Taste am Multifunktionslenkrad drücken. Allein darüber lässt sich Einfluss auf das Hybrid-System nehmen, da auf einen EV-Modus ebenso verzichtet wird wie auf einen Sport-Modus.