Kompaktsportler: Kia cee’d GT Track

05.01.2014 | Christian Sauer | Testrides

Kia cee'd GT Drivers Club Germany
Kann es der neue Koreaner mit dem deutschen Platzhirsch Golf GTI aufnehmen? Wir testeten den sportlichen Fünftürer mit 204 PS und der Top-Austattung GT Track.

Inzwischen ist es über 30 Jahre her, dass Hyundai und wenig später auch Kia erstmals Autos in Deutschland verkauften. Seitdem haben sich beide südkoreanischen Marken zuerst getrennt und später dann unter einem gemeinsamen Dach hierzulande etabliert. Das Modell-Portfolio ist heute vielfältiger denn je und nach den ersten sportlichen Modellen von Hyundai, wie dem Genesis oder dem Veloster, gibt nun Kia richtig Gas.

Bereits seit 2006 setzt der in der Slowakei gebaute Kia cee‘d den Platzhirsch VW Golf als Fünftürer, als Kombi mit dem Namenszusatz „sw“, sowie als dreitürigen pro_cee’d unter Druck. Die Top-Version der zweiten Generation des cee’d mit dem Kürzel „GT“ soll sogar den legendären GTI attackieren, den Kompaktsportler schlechthin. Keine leichte Aufgabe, denn daran haben sich schon einige andere Konkurrenten die Zähne ausgebissen.

Scharf ist auf jeden Fall die Optik des Kia cee’d GT mit sportlichen Details. Bei exakt gleicher Länge und Breite duckt sich der pro_cee’d ganze vier Zentimeter flacher als sein fünftüriger Bruder. Letztgenannter bietet bei identischem Ladevolumen (380 Liter) natürlich mehr Platz und einen bequemeren Einstieg für die Passagiere im Fond. Dort lässt es sich gut aushalten und wer das optionale Glas-Panoramadach für 900 Euro geordert hat, kann von den Rücksitzen den Ausblick genießen. Fahrer und Beifahrer haben davon recht wenig, dafür sitzen sie aber in sehr bequemen Sportsitzen von Recaro mit roten Nähten. Die finden sich ebenfalls am Lenkrad wieder, hinter dem wir trotz Höhen- und Weitenverstellung leider keine optimale Sitzposition fanden. Dafür liegt es trotz gut in der Hand und ist sogar beheizbar. Etwas störend empfanden wir die vielen Bedienelemente – selbst bei einem Multifunktionslenkrad ist manchmal weniger mehr.

Nicht verzichten möchten wir auf die GT-Taste am Lenkrad, womit sich die Anzeige des 7-Zoll-LCDs in der Mitte der Instrumente ändern lässt. Zusätzlich zur normalen Darstellung, werden dann neben dem digitalen Tacho das gerade abgerufene Drehmoment und der Druck des Turboladers farbenfroh inszeniert. Geradezu unemotional präsentiert sich dagegen der analoge Drehzahlmesser links daneben. Die etwas altbackene Anzeige der Uhrzeit und Außentemperatur in einem separaten Display vor der Frontschreibe hätten auch in das Navi mit sieben Zoll großen Touchscreen in der aufgeräumten Mittelkonsole integriert werden können. Dessen Bedienung funktioniert bis auf wenige Details unkompliziert. Zusammen mit der Rückfahrkamera kostet es 1.000 Euro extra. Insgesamt fällt die Liste der kostenpflichtigen Optionen kurz aus und die Preise scheinen fair kalkuliert. Los geht es mit der Ausstattung „GT-Cup“ für rund 23.000 Euro. Das Paket „GT-Challenge“ kostet 1.500 Euro mehr und selbst die nahezu komplett ausgestattete Version „GT-Track“ ist mit 27.000 Euro immer noch günstiger als ein Golf GTI.