Jenseits des Asphalts – Jeep Wrangler Rubicon

24.08.2013 | Anja Sauer | Testrides

 

Nach meinem Geländeabenteuer geht es erstmal zur Waschanlage, Erde und Kräuter aus den Radkästen pusten. Auf zivilisierten Straßen verhält sich der Jeep ebenfalls gut. Wobei auf Grund seiner wenig aerodynamischen Form keine Geschwindigkeitsrekorde aufgestellt werden können. Mit 169 km/h Topspeed lässt sich jedoch ein Überholmanöver auf der Autobahn problemlos durchführen. Dabei und im Gelände trinkt er aber auch mehr, als der  Durchschnittsverbrauch von 8,6 Litern angibt. Außerdem sollten keine Sturmböen kommen, denn dann wird es durch die Windgeräusche relativ laut im Cockpit und man muss den Jeep gut festhalten. Hierbei hatte ich mehr Angst umzukippen oder auf die Gegenspur gedrückt zu werden, als im Gelände. Der Jeep kann zudem schnell zur Heckschleuder werden, denn wegen seines Hinterradantriebs will einen das Heck trotz ESP ab und zu überholen – also bei schlechtem Wetter und groben Geländereifen lieber den Allrad zuschalten. Trotz alledem liegt er solide auf der Straße und eignet sich natürlich als Zugmaschine für bis zu 1.000 kg gebremste Anhängelast.

Bei der Innenausstattung besticht der Jeep durch Schlichtheit mit einigen schönen Details, die an alte Traditionen erinnern. Ein echter Hingucker sind zum Beispiel auch die Gummifußmatten mit Reifenprofil. Klimaautomatik und das kleine Navigationssystem mit diversen Anschlüssen sind ebenfalls in unserem Testwagen integriert. Für die kalten Tage empfiehlt sich jedoch die optionale Sitzheizung für die Frontsitze sowie das mehrteilige Hardtop. Wer mag, kann auch beide Dachvarianten bestellen und sich so den Wetterbedingungen anpassen. Ledersitze sucht man beim „normalen“ Rubicon vergeblich, diese gibt es nur bei der limitierten „10th Anniversary Edition“ oder der Variante „Sahara“. Aber wer braucht schon all den Luxus auf einem Trail. Schließlich muss auch das Interieur im Gelände einiges aushalten. Der Fußraum lässt sich zum Beispiel ausspülen und die Stoffsitze (richtig) abwaschen – fehlt nur noch, dass man ihn in Waschmaschine stecken kann.

Preislich beginnt der Jeep in der Sport-Variante bei 29.975 Euro, in der Rubicon Ausstattung bei 34.850 Euro mit 6-Gang-Schaltgetriebe. Bestückt mit dem Automatik-Getriebe unseres Testwagens kostet er ab 36.050 Euro. Für den viertürigen Unlimited zahlt man mindestens 33.325 Euro. Allerdings sind die Jeeps ab Werk schon fast voll ausgestattet. Individuelle Gestaltung bleibt dabei zwar auf der Strecke, aber ist es nicht schon individuell genug, mit einem Jeep durch dick und dünn zu gehen? Ich finde „ja“ und kann den Jeep all denen empfehlen, die einen waschechten Offroader suchen, aber trotzdem auf dem Asphalt gut und sicher vorankommen wollen.