Jenseits des Asphalts – Jeep Wrangler Rubicon

24.08.2013 | Anja Sauer | Testrides

Jeep Wrangler Rubicon Drivers Club Germany

Der Jeep Wrangler Rubicon ist einer der extremsten Offroader der Welt. Kein Berg scheint zu steil, kein Trail zu hart – er findet immer einen Weg. Für Drivers Club Germany Redakteurin Anja Sauer wurde ein Traum war. Sie durfte ihn fahren – nicht nur auf der Straße.

Es ist ein schwüler Sommertag. Dunkle Gewitterwolken ziehen am Himmel auf. Keine fünf Minuten später kommt auch schon ein Wolkenbruch. Der Jeep soll heute ankommen – der Traum meiner schlaflosen Nächte. Mitten im Regen nehme ich ihn an mich. Hübsch sieht er aus, ganz in schwarz. Ich setze mich an sein Steuer und fahre einfach los – ohne Stress, ohne Ziel. Sofort vergesse ich das schlechte Wetter und erahne schon auf dem Asphalt seine gewaltige Kraft. Den Beinamen Rubicon bekam der 200 PS starke Geländewagen mit Starrachse vom gleichnamigen Offroad-Trail in Kalifornien, einer der härtesten Pisten der Welt. Allein dieser Name verspricht so einiges und das will ich natürlich austesten. Leider nicht auf dem Rubicon Trail, aber so was Ähnliches haben wir bei uns um die Ecke auch gefunden.

Sobald sich das Wetter bessert, nehme ich das Softtop runter um das Gefühl von Freiheit ganz zu erleben. Freiheit – das ist wohl das richtige Stichwort für den Rubicon Jeep. So viel Freiheit, einfach querfeldein zu fahren und keinen Zweifel daran zu haben, dass er seine Aufgaben bewältigt und mich sicher nach Hause bringt.

Zunächst bin ich wegen des 5-Stufen-Automatik-Getriebes etwas skeptisch. Das Gefühl, nicht selbst zu entscheiden, in welchem Gang ich die nächste Steigung nehme, machte mich doch leicht nervös. Aber der Jeep belehrte mich eines besseren. Dank seiner Geländeuntersetzung legt er die Gänge genau richtig ein – das Getriebe passt sich perfekt an die Gegebenheiten an. Ich bin sogar froh sie zu haben, so kann ich mich voll und ganz aufs Gelände konzentrieren. Mit 460 Nm ab 1.600 Umdrehungen meistert der kleine Wrangler mit seiner 2,8 Liter-Maschine Steigungen, die sonst kaum ein anderer Offroader schafft. Bedingt durch seinen kurzen Radstand von 2,42 m und die Bodenfreiheit von 26 cm windet er sich durch enge Kurven und über extreme Kuppen. Stundenlang könnte ich hoch, runter, kreuz und quer durchs Gelände kriechen.

 

Ich entdecke eine Pfütze – eine Wasserdurchfahrt wäre jetzt genau das Richtige. „In der Ruhe liegt die Kraft“ sage ich mir, sonst bleibe ich vermutlich stecken. Sanft gebe ich Gas und spielend leicht führt mich der Jeep durch das knapp 50 cm tiefe Wasserloch. Mit seiner Wattiefe von 76 cm hätte das Wasser sogar noch tiefer sein können. Allerdings ist der Jeep jetzt nicht mehr schwarz, sondern, na ja, sagen wir schlammbraun. Weiter gehts kreuz und quer über das Gelände, durch Senken und über Baumstämme. Durch das Rock-Trac-Allradsystem lassen sich der Allradantrieb mit 4:1 Geländeuntersetzung zuschalten, zwei Achsdifferenziale sperren sowie der Frontstabilisator elektronisch entkoppeln. Die Achsverschränkung des Rubicon ist nahezu unschlagbar und ich bekomme keinesfalls das Gefühl zu kippen. Mit einem weichgespülten SUV hätte ich allein bei dem Gedanken die Flucht ergriffen.