Italowestern: Jeep Cherokee Limited im Fahrbericht

27.02.2015 | Christian Sauer | Testrides

Jeep Cherokee Drivers Club Germany 1
Wir spielen Cowboy und Indianer mit dem SUV, der nicht nur auf der Straße zu Großem im Stande sein soll. Kann der US-Amerikaner mit italienischen Genen in unsem Test überzeugen?

Der Mythos „Jeep“ lebt: Auch nach über 70 Jahren ist die Faszination der kultigen US-Marke ungebrochen. Der vom militärischen Willys abstammende Jeep Wrangler gehört neben dem Land Rover Defender, der Mercedes-Benz G-Klasse, dem Mitsubishi Pajero und Toyota Land Cruiser zu den Geländewagen-Klassikern schlechthin. Viele der eingefleischten Offroad-Fans verehren „den Jeep“ regelrecht, freuen sich dagegen gar nicht über die Ausweitung des Portfolios, beispielsweise mit dem kleinen SUV Renegade als jüngstes Produkt der italienisch-amerikanischen Zusammenarbeit. Fiat Chrysler will und muss Geld verdienen, was eben nur mit mehr Modellen geht – da spielt der Wrangler durch seine konsequente Ausrichtung fürs Gelände lediglich eine Nebenrolle.

Eine der wichtigsten Hauptrollen im/beim Italowestern spielt stattdessen der nach dem Stamm der Cherokee-Indianer benannte Cherokee als Allrounder oberhalb des Renegade und unter dem Grand Cherokee. Bereits die erste seit 1984 produzierte Generation fiel für amerikanische Verhältnisse recht kompakt aus und empfahl sich so auch für Europa. Weltweit feierte der Geländewagen damals noch unerwartete Erfolge, die den Weg für zukünftige SUVs ebneten. Zumindest im Heimatland drohte dem Cherokee nach dem Jahrtausendwechsel durch die Namensänderung auf „Liberty“ zeitweise das Ende. Doch 2013 fuhr die neueste Generation in den USA wieder unter/mit dem bekannten Namen zu den Händlern und Kunden.

 

In unseren Breiten gehört der 4,62 m lange, 1,86 m breite und 1,67 m hohe Cherokee erst seit einigen Monaten zum Straßenbild. Vor allem durch die auffällige Front mit den Bi-Xenon-Scheinwerfern und separatem, oben liegendem LED-Tagfahrlicht sowie der Neuinterpretation des klassischen „Seven-Slot“-Kühlergrills zieht er viele Blicke auf sich. Die Seitenansicht zeigen die für Jeep typischen trapezförmigen Radausschnitte und17 bis 18 Zoll große Räder wie bei unserer Limited-Ausstattung mit auf Wunsch chromglänzenden Felgen. Die Heckpartie wird durch die großen LED-Leuchten als integralen Bestandteil der hinteren Lichtgrafik und den relativ großen Spoiler geprägt. Die Rückfahrkamera und Sensoren vorn/hinten sind ebenso empfehlenswerte Ausstattungs-Details wie Keyless-Go. Trotz der optisch weit nach unten gezogenen, je nach Ausstattung elektrischen Heckklappe hätte die Ladekante gerne noch etwas tiefer ausfallen können. Das Ladevolumen mit 412 – 1.267 Liter geht dafür absolut in Ordnung. Die neigbaren und getrennt umklappbaren Lehnen der zudem verschiebbaren Rücksitzbank bieten für einen SUV vorbildliche Flexibilität.

Das Platzangebot hinten ist gut und das große Panorama-Dach, dessen vorderer Teil sich auch öffnen lässt, sorgt für ausreichend Kopffreiheit. Zwar wird nur für den Fahrersitz eine elektrische Verstellung angeboten, dafür für den Beifahrer auch eine Beheizung und Belüftung sowie hochwertiges Nappaleder. Für den Transport langer Gegenstände ist die Lehne des rechten Vordersitzes auch umklappbar. Ebenfalls praktisch sind die großzügigen Ablagen, die 230-Volt-Steckdose und Induktionsladeschale für kompatible Handys. Während unseren Fahrten bei kalten Temperaturen lernten wir ebenfalls das Winterpaket mit Lenkrad-Heizung und Heizdrähten zur Enteisung der Scheibenwischer schätzen. Positiv zu erwähnen ist auch das aus anderen Modellen des Fiat-Chrysler-Konzerns bekannte Infotainment-System mit 8,4-Zoll-Touchscreen, DAB+, jeder Menge Anschluss-Möglichkeiten und Alpine Surround Sound mit 506 Watt.