Angetestet: Jaguar XF im Fahrbericht

13.10.2015 | Christian Sauer | Testrides

Jaguar XF 20d, Modelljahr 2016
Man muss schon ganz genau hinschauen, um die neue Limousine vom Vorgänger und dem kleineren XE zu unterscheiden. Wir haben die zweite XF-Generation unter die Lupe genommen.

Es schon sehr erstaunlich, wie sich Jaguar Land Rover in den letzten Jahren entwickelt hat. Das Portfolio ist nicht wieder zu erkennen und vielfältiger denn je. Den Startschuss dafür gab 2007 die erste Generation des XF mit für die britische Marke im indischen Besitz innovativer Formensprache von Designer Ian Callum. Zahlreiche Auszeichnungen belohnten seinen Mut zum Neubeginn und gute Verkaufszahlen selbst im hart-umkämpften Markt der Mittelklasse-Limousinen mit dem BMW 5er als Hauptkonkurrenten bestätigten das Management, diesen mutigen Kurs beizubehalten. Unter Leitung des Deutschen Ralf Speth folgten bekanntlich weitere neue Modelle wie die Kombi-Version XF Sportbrake, der XJ als individuelle Alternative in der Oberklasse und natürlich der grandiose F-Type mit inzwischen 14 Varianten. Gefühlt konzentriert sich nun alles auf den nagelneuen F-Pace als ersten Crossover beziehungsweise SUV abseits der Schwestermarke Land Rover / Range Rover.

 

Dabei ging in der Wahrnehmung fast unter, dass es nach acht Jahren Zeit für eine neue Generation des XF wurde. Und um die vom Vorgänger und dem kleineren XE zu unterscheiden, muss schon zweimal hingesehen werden. Das nennt man wohl Corporate Design oder Corporate Identity und die ist aus unserer Sicht wieder einmal sehr gelungen. Das Familien-Gesicht mit den Voll-LED-Scheinwerfern, dem Maschendraht-Grill und der Raubkatze im Zentrum verkörpert zugleich Dynamik und Eleganz. Am Heck finden sich sehenswerte Anleihen am F-Type mit modernen LED-Rückleuchten. Der Kofferraum ist mit 540 Litern nicht nur um 120 Litern gewachsen, sondern auch besser zu beladen. 885 Liter sind es sogar bei umgeklappten Rücksitzen, wo sich dank 5,1 cm mehr Radstand ansonsten mehr Bein-, Knie- und Kopffreiheit findet. Wir nehmen dennoch lieber vorne Platz. Dort bietet Jaguar außer in der Grundausstattung „Pure“ durchweg elektrisch verstellbare Sitze an. In den Linien „R-Sport“ und „S“ sind sie nicht nur bequem und klimatisierbar, sondern bieten auch besonders guten Seitenhalt. Die im neuen XF-Cockpit verwendeten Materialien wirken hochwertiger als beim Vorgänger, müssen sie sich doch auch dem Vergleich mit den deutschen Platzhirschen stellen. Dafür stehen auch mehr Dekors und Farben zur Wahl.