Typisch Britisch? Jaguar XF AWD im Fahrbericht

23.04.2013 | Daniel Englisch | Testrides

Jaguar XF AWD Drivers Club Germany

Fünf Grad, regnerisch, windig bis stürmisch lautet die Wettervorhersage, eigentlich für die gesamte Woche. Passend zum typischen April-Wetter fällt auch unser aktuelles Objekt der Begierde englisch aus: Der neue Jaguar XF AWD. Unser Redakteur Daniel Englisch durfte dieser Begierde nachgehen.

Allrad heißt aktuell die Devise beim Jaguar, aber ein britischer Sportsman ohne Heckantrieb? Nicht ganz – im normalen Fahrbetrieb bleibt unser Testwagen seinen klassischen Vorfahren treu und kommt als fast reiner Hecktriebler daher. Lediglich bei zu viel Schlupf an der Hinterachse greifen die Vorderräder unterstützend ein. Mittels einer Lammellenkupplung wandern bei Bedarf dann sogar bis zu 50 Prozent der Kraft der Wildkatze an die Vorderachse. Ganz unbekannt ist den englischen Entwicklern das Konzept einer Allradvariante allerdings nicht, hier konnten die Jaguar-Ingenieure vom Fachwissen und langjährigem Knowhow ihres Konzernbruders Land Rover profitieren. Mit diesen Erfahrungswerten gerüstet sollte einem standfesten Einstieg der Engländer in das Allradsegment der Ober- und Mittelklasse nichts entgegen stehen.

Im Normalzustand bedeutet das beim XF konkret eine Antriebs-Verteilung im Verhältnis von 98:2 Prozent auf die beiden Achsen. Dadurch wird fast nur die Hinterachse angetrieben, lediglich in einem zuschaltbaren Wintermodus verteilt der Jag seine Power standardmäßig im Verhältnis von 70:30 auf Hinter- und Vorderachse – nur Notfall, also bei Haftungsverlust oder Abriss wird noch mehr Kraft an die vorderen Räder weitergeleitet. Im Alltag ist, wenn nicht gewollt und provoziert, kaum einen Unterschied zum Bruder mit dem klassischen Hinterradantrieb erfahrbar. Auf schlechteren Fahrbahnen und rutschigem Untergrund, sowie bei unseren derzeitig wechselhaften Bedingungen ist der AWD jedoch die bessere Wahl. Durch den intelligenten und sportlich ausgelegten Allrad-Antrieb, lässt sich der Jaguar auf fast jedem Fahrbahnbelag sicher bewegen und beschleunigen.

Einen maßgeblichen Beitrag zur guten Performance leistet der 3 Liter große V6-Kompressor-Motor. Mit 340 PS und seinem üppigen Drehmoment von 450 Nm knackt die 1,9 Tonnen schwere Raubkatze die 100-Km/h-Grenze in 6,4 Sekunden, auch bei nicht optimalen Straßenverhältnissen. Ganz Gentleman-like kann der Jag sich aber auch zurückhaltend präsentieren: dank seiner fein abgestuften sequentiellen Acht-Stufen-Automatik verlaufen die Gangwechsel zügig und kaum spürbar. Wer möchte und den Überblick nicht verliert, kann sich auch selbst per Schaltwippen am Lenkrad durch die 8-Gangbox austoben – die Automatik leistet aber auch ganz alleine hervorragende Dienste. Zu keiner Zeit wirkt Sie überfordert und wählt souverän für jede Situation den richtigen Gang.

Zurzeit ist das bereits aus dem großen Bruder XJ bekannte Aggregat die einzige Motorisierung, die Jaguar im Allrad-Segment anbietet – die für den europäischen Markt sicherlich mindestens genauso interessante Diesel-Variante soll folgen. Mit Spannung verfolgen wir diese Entwicklung.

 

Hier gibt es das Video unserer Fahrt im Jaguar XF auf der Nordschleife des Nürburgrings.