Interview: Randolph Churchill in der Weißen Stadt am Meer

25.11.2015 | Christian Sauer | Lifestyle

Christian-Sauer-Anja-Sauer-Randolph-Churchill-Grand-Hotel-Heiligendamm-Davidoff-Zigarren-Interview Fotos:  Petra Stadler / Davidoff DTG 2015
Im Rahmen der Davidoff Tour Gastronomique im Grand Hotel Heiligendamm an der Ostsee sprachen Anja und Christian Sauer mit Randolph Churchill, Urenkel von Sir Winston Churchill über seine Familie, feine Zigarren und britischen Lifestyle.

Drivers Club Germany: Herr Churchill, betrachten Sie Ihren berühmten Familiennamen eher als Bürde oder als Ehre?

Randolph Churchill:  Es ist ein großes Privileg, denn er öffnet Türen. Neben meiner täglichen Arbeit in der Finanzbranche engagiere ich mich für Wohltätigkeitsprojekte, wobei ich viele außergewöhnliche Menschen treffe, die großartige Dinge tun. Dabei zaubern der Name und die Erinnerung an meinen Urgroßvater immer wieder ein Lächeln in das Gesicht der Leute. Dass wir heute in Europa und speziell hier in Deutschland in Freiheit und Frieden leben, hätte Sir Winston sicher sehr glücklich gemacht. Als die Berliner Mauer fiel, studierte ich zu der Zeit gerade an der Universität. Ich bin dann drei Wochen später selbst nach Berlin gereist und habe mir mit einem Hammer mein persönliches Stück der Mauer geholt. Das war sicherlich eines der besten Erlebnisse in meinem Leben. Und dass sich die junge Generation heutzutage aussuchen kann, wo sie arbeiten und leben wollen, ist einer der großartigsten Aspekte des vereinigten Europas. Viele junge Briten gehen ja nach Hamburg, Berlin oder München und umgekehrt. Das Kennen- und Schätzenlernen verschiedener Kulturen ist ungemein wichtig.

Drivers Club Germany: Ihr Urgroßvater starb 1965 nur wenige Tage nach Ihrer Geburt – bedauern Sie, ihn nicht persönlich kennengelernt zu haben?

Randolph Churchill: Ich hatte ja keine Wahl, aber schön ist dennoch die Verbindung der Generationen. Ich habe viele Menschen kennengelernt, die Sir Winston persönlich kannten und mir von ihm berichteten. Seine liebevolle Frau Clementine, die für ihn auch immer eine wichtige Beraterin war, lebte noch bis zu meinem zwölften Lebensalter. Ich werde ihre Anekdoten und Geschichten nie vergessen.

Drivers Club Germany: Was war das es für ein Gefühl, als Sie davon erfuhren, dass Davidoff eine Zigarre nach Sir Winston Churchill benennt?

Randolph Churchill: (lacht) Man kann nicht behaupten, dass mein Urgroßvater nicht geraucht hätte! Es ist ein sehr nettes Kompliment von Davidoff für ihn. Es stellt zudem eine Huldigung seiner Ära dar, wozu die damalige Mode ebenso dazu gehörte wie das verbreitete Rauchen von guten Zigarren. Heute ist es ein Teil der Geschichte, die damit weiter lebt.

Drivers Club Germany: Wie würden Sie den Charakter einer perfekten Zigarre beschreiben?

Randolph Churchill: Man sollte sie mit Freude und Spaß genießen können. Ich persönlich mag keine zu kräftigen Zigarren. Doch ich liebe ihren Duft und das besondere Gefühl der Entschleunigung, wenn ich Zigarren rauche. Und um auf meinen Urgroßvater zurück zu kommen – selbst in schwierigen Zeiten waren sie für ihn immer gute Begleiter.

Drivers Club Germany: Würden Sie sich selbst als Connoisseur, also als Feinschmecker und Kenner bezeichnen?

Randolph Churchill: Nein! Ich bin kein Zigarren-Fachmann, eher ein geselliger Raucher. Ich mag es, mir mit Freunden daheim oder zu Feiern eine zu gönnen. Zum Beispiel am Abend nach einer Jagd, wenn es draußen regnet und drinnen gemütlich wird, stellt eine Zigarre für mich die Krönung des Tages dar. Mein Urgroßvater rauchte ja mehrere pro Tag, aber ich hebe sie mir wirklich für besondere Momente auf.

Drivers Club Germany: Präferieren Sie einen speziellen Drink dazu?

Randolph Churchill: Zu Zigarren passt Whisky natürlich ausgezeichnet, aber ich trinke auch gerne einen vollmundigen Rotwein dazu. Doch egal welches Getränk – der Charakter muss dazu passen.

Drivers Club Germany: Und zum Abschluss würden wir uns über eine Empfehlung für unsere Leser freuen, wo Sie als britischer Gentlemen stilvoll Ihre Kleidung einkaufen?

Randolph Churchill: Ich ziehe kleine Boutiquen und Schneider in London vor. Doch wie wahrscheinlich viele Männer, kaufe ich eigentlich nur einmal im Jahr ein – aber dann richtig – es muss sich ja lohnen. Wenn ich im Schaufenster etwas sehe, was mir gefällt, dann kaufe ich es. Ich bin dabei aber ziemlich offen.