Hinter den Kulissen: Mercedes-AMG in Affalterbach

19.01.2014 | Christian Sauer | Lifestyle, Testrides

Hinter den Kulissen von AMG SLS Final Edition Drivers Club Germany Christian Sauer
Ob SLS, G 63, E 63 oder A 45 – viele der PS-Boliden mit den drei Buchstaben im Namen haben wir schon auf der Rennstrecke oder auf der Straße getestet. Jetzt blickt Christian Sauer einmal hinter die Kulissen von Mercedes-AMG in Affalterbach und zurück auf die Anfänge einer beeindruckenden Erfolgsgeschichte.

Seit nunmehr fast einem halben Jahrhundert steht AMG für die sportliche Speerspitze von Mercedes-Benz. Bereits vor der offiziellen Gründung im Jahr 1967, hatte der junge Ingenieur Hans Werner Aufrecht aus Großaspach, nordöstlich von Stuttgart ein Faible für leistungsstarke Motoren. Doch wie so oft in der Geschichte fehlte ihm zunächst ein kongenialer Partner, den er in dem frisch vom Studium kommenden Erhard Melcher fand. Er brachte nicht nur viel Know-How, sondern auch den Enthusiasmus für Motorsport und den Anfangsbuchstaben seines Nachnamens mit in die vielversprechende Beziehung, Aufrecht – Melcher – Großaspach.

 

Nachdem beide Ingenieure zuerst nur nach Feierabend in der privaten Garage die Serienwagen ihres Arbeitsgebers Mercedes-Benz für Renneinsätze vorbereiteten und damals schon Motoren auf Direkteinspritzung umbauten, gründeten beide das gemeinsame Unternehmen AMG mit Firmensitz in einer kleinen gemieteten Werkshalle. Heute lassen sich die bescheidenen Anfänge wohl am besten mit dem Begriff „Start-Up“ beschreiben.

Die Firma wächst rasant: Durch die Leistungssteigerung des 6,3-Liter großen Motors des 300 SEL entsteht die damals schnellste Limousine der Welt. Dieser Wagen ist auch die Grundlage für den internationalen Durchbruch. 1971 schickte AMG einen feuerwehrroten 300 SEL 6.8 ins 24-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps und fuhr damit den Klassensieg sowie einen zweiten Platz in der Gesamtwertung ein. Die „Rote Sau“ wurde zur Legende und zum Sinnbild von AMG.

AMG expandierte und bezog mit rund einem Dutzend Mitarbeitern größere Hallen im zehn Kilometer entferntem Affalterbach. Die technisch und optisch, innen wie außen, veredelten Straßenmodelle kamen besonders gut in den USA, Asien und in arabischen Ländern an. Ausgefallende Sonderwünsche hinsichtlich Farben und Materialien waren ebenso machbar, wie die Verlängerung und Panzerung der G-Klasse. Sie war in den 1980er Jahren eher noch ein asketisches Nutzfahrzeug und kein luxuriöser „Lifestyler“ wie heutzutage.