Grace E – Entspannung auf höchstem Niveau

17.01.2015 | Christian Sauer | Lifestyle

Perini Navi Grace E
Ihr ganzheitliches Konzept fasziniert mit preisgekröntem Rémi-Tessier-Interieur, Exterieur von Philippe Briand und Azipod-Antrieb. Drivers Club Germany ging an Bord.

Um neue Wege zu beschreiten, gehört neben Kreativität ebenso Mut und das nötige Glück dazu: Philippe Briand konstruierte bereits seit Jahren große wie kleine, aber stets schnelle Segler, bevor die Idee einer innovativen Explorer-Serie mit dem Namen Vitruvius geboren wurde. Diesmal stand nicht die Geschwindigkeit im Mittelpunkt des Entwurfs, sondern Effizienz und Seetüchtigkeit in Verbindung mit außerordentlichem Komfort. Als erstes Exemplar feierte im Jahr 2010 die 50 m lange Exuma auf der zur Perini Navi gehörenden Picchiotti-Werft in La Spezia ihre Premiere, bereits ein Jahr später gefolgt von der rund 5 m längeren Galileo G. Doch so sehenswert beide Explorer mit ihrem innovativen Design auch waren, sollte es „nur“ ein Vorgeschmack auf die vorläufige Krönung der Vitruvius-Serie in Form der Grace E sein.

 

Während ihre Schwestern auf Weltreisen gingen, wuchs das neue Flaggschiff von ursprünglich geplanten 53 auf 73 m und 1.200 Quadratmeter Luxus auf fünf statt drei Decks. Auf der Perini-Werft in der Nähe von Istanbul wurden der 13 m breite Stahlrumpf mit langer Wasserlinie sowie die Alu-Aufbauten geschweißt. Mehrere Wochen dauerte es dann, um den Rohling nach La Spezia zu schleppen und dort zu komplettieren. Anders als bei den meisten Yachten ihres Formats wurde ein dieselelektrischer Antrieb installiert. Die sechs Caterpillar-Generatoren leisten zusammen rund 6.000 PS / 4.400 kW, die an zwei drehbare Antriebsgondeln weitergeleitet werden. Das ABB-Azipod-System soll besonders effizient, wartungsarm, leise und nahezu vibrationsfrei arbeiten. Das bestätigt auch Kapitän Eddie Cooney: „Die Testfahrten zeigten, dass es eine weise Entscheidung war. Die Yacht läuft außergewöhnlich leise. Dass man unterwegs ist, beweist eigentlich nur ein Blick aus den Fenstern.“ Maximal sind 17,5 Knoten möglich – viel wichtiger jedoch – 7.800 Meilen Reichweite bei zwölf Knoten. Die 188.000 Liter fassenden Tanks reichen somit für lange Blauwassertörns.

 

Grace E ist auch als Charter-Yacht für weltweite Fahrten in abgelegene Gewässer vorbereitet. Dabei profitiert sie noch von einem weiteren Vorteil des Azipod-Antriebes: Das dynamische Positionier-System hält das Schiff selbst bei Windgeschwindigkeiten von 35 Knoten ohne Anker metergenau auf der programmierten Position – überaus praktisch bei sehr tiefen oder sensiblen Küstengebieten. Grace E verfügt zwar weder über ein schwimmfähiges Amphibienfahrzeug noch über ein Hovercraft wie Exuma und verzichtet überraschend auch auf ein Helipad, zeigt sich mit Tendern aber dennoch gut bestückt. Hinter Flügeltüren warten unter anderem zwei Limousinen, von Cockwells mit 9,50 m Länge und Yachtwerft Meyer mit sieben Metern. Zum Arsenal an Toys zählen vier SeaDoo wave runners, Sea Bobs, Kayaks und Fahrräder. Taucher werden die breite Badeplattform zu schätzen wissen. Vor der Lazarette schließt sich der aufgeräumte Maschinenraum an. Dass es sich bei Grace E um eine „grüne Yacht“ handelt, zeigen nicht nur die sparsamen Generatoren und die Katalysatoren zur Abgasreinigung, sondern auch Recycling und der vorbildliche Umgang mit Abfall.