Best of 2015: Goodwood Festival of Speed

30.12.2015 | Christian Sauer | Lifestyle, News, Testrides

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Abseits von Auto-Messen, Oldtimer Events und Rennen gibt es für Männer mit „Benzin im Blut“ wohl keinen besseren Ort auf der Welt als das Anwesen von Lord March. Unser Team besuchte seinen Landsitz und die wahnwitzigste PS-Party des Jahres.

Eigentlich heißt der 60-jährige Adlige Charles Gordon-Lennox, Earl of March & Kinrara und wenn er alljährlich im Sommer die Tore zu seinem herrschaftlichen Park in West Sussex öffnet, ist es vorbei mit der Ruhe in der ländlichen Bilderbuch-Idylle. Weit über hunderttausend Besucher aus der ganzen Welt strömen für ein langes Wochenende nach Goodwood, knapp zwei Fahrstunden südlich von London auf halbem Weg zwischen Southampton und Brighton. Hier, wo auf saftigen grünen Wiesen neben dem Firmensitz von Rolls-Royce ansonsten Rinder und Schafe friedlich grasen, hallt uns bereits aus der Ferne der nicht zu überhörende Klang von Rennmotoren entgegen. Doch das scheint hier niemanden zu stören, schließlich arbeitet die halbe Gegend für den Motorsport-begeisterten Lord, der damit die Tradition seiner Vorfahren fortführt. Bereits sein Großvater, der 9. Duke of Richmond veranstaltete 1936 ein privates Bergrennen entlang des stattlichen Goodwood House. Auf der 1,86 Kilometer langen und teils sehr schmalen Strecke gilt es neun Kurven und holprigem Asphalt zu meistern – ein Abenteuer, das wir an der Seite erfahrender Piloten in der bereits von uns getesteten Corvette Stingray und im Ferrari California T selbst erleben konnten.

 

Wer sich vertut, landet hoffentlich unverletzt in einem der Strohballen, die vor Schlimmerem schützen sollen. Die meisten Rennfahrer kommen aber mit dem Schrecken davon und genießen zusammen mit den Fans die einmalige Atmosphäre. Wo sonst bekommt man(n) schon derartig viele und unterschiedliche Vehikel zu sehen. Vom Motorrad bis zum Renntruck, aus der Vergangenheit des frühen 20. Jahrhunderts über die Gegenwart bis zur nahen Zukunft, wurde alles aufgefahren, was es den Hügel hinauf zum Ziel schaffen konnte. Dort wurde zwar die Zeit gestoppt, aber die meisten Teilnehmer legten sich nicht mit dem Rekord von 41,6 Sekunden an. Den hatte Nick Heidfeld bereits 1999 mit einem Formel-1-Wagen auf den Asphalt gezaubert.

 

Vielmehr nutzen die spektakulären Sportwagen aus dem Michelin Supercar Paddock das zumeist trockene Wetter mit Sonnenschein, um sich von ihrer besten Seite und ihrem ohrenbetörenden Sound zu präsentieren. Traumwagen wie der Aston Martin Vulcan, Aston Martin Lagonda Taraf, die Koenigsegg One:1 und Agera N, LaFerrari, McLaren P1 GTR, Pagani Huayra, SCG 003 oder der Zenvo  ST1 wurden dort ebenso bewundert, wie der kürzlich im Fahrbericht vorgestellte Lamborghini Aventador Superveloce. Selbstverständlich war auch die deutsche PS-Elite mit dem Audi R8, BMW i8, Mercedes-AMG GT und Porsche 918 vertreten. Wenn schon nicht auf der Strecke, dann zumindest auf den teilweise sehr aufwendigen Ständen präsentierten die Automobilhersteller ihre neusten (Sonder)Modelle wie den Aston Martin DB9 GT oder den Lotus 3-Elven.