British Open – Goodwood Festival of Speed 2014

30.06.2014 | Anja Sauer | Lifestyle, News, Testrides

Goodwood Festival of Speed 2014

Es ist die größte Motorsport-Party der Welt mit den exklusivsten Maschinen auf zwei oder mehr Rädern. So unterschiedlich die Exponate, so unterschiedlich sind auch die Besucher. Ob bekannte Promis aus dem Showbiz, superreiche VIPs, Oldtimer-Liebhaber oder die enthusiastischen Fans samt Nachwuchs – beim Festival of Speed kommen alle auf ihre Kosten und unsere Redakteurin Anja Sauer war auch mittendrin.

Wenn Charles Gordon-Lennox, besser bekannt als Earl of March & Kinrara – oder einfach nur Lord March – alljährlich im Sommer die Tore zu seinem herrschaftlichen Anwesen in West Sussex öffnet, ist es vorbei mit der Ruhe in der ländlichen Bilderbuch-Idylle. Über Hunderttausend Besucher aus der ganzen Welt strömen für ein langes Wochenende nach Goodwood, knapp zwei Fahrstunden südlich von London auf halben Weg zwischen Southhampton und Brighton. Hier, wo auf saftigen grünen Wiesen neben dem Firmensitz von Rolls-Royce ansonsten Rinder und Schafe friedlich grasen, hallt bereits aus der Ferne der nicht zu überhörende Klang von Rennmotoren. Doch das scheint hier niemanden zu stören, schließlich arbeitet die halbe Gegend für den motorsportbegeisterten Adligen, der damit die Tradition seiner Vorfahren fortführt. Bereits sein Großvater, der 9. Duke of Richmond veranstaltete 1936 ein privates Bergrennen entlang des stattlichen Goodwood House. Auf der 1,86 km langen und teils sehr schmalen Strecke gilt es neun Kurven und holprigen Asphalt zu meistern. Wer sich vertut, landet hoffentlich unverletzt in einem der Strohballen, die vor schlimmeren schützen sollen.

 

Entsprechend Glück hatten dieses Jahr die Zuschauer und Fahrer, denn das typisch englische Wetter verzichtete diesmal auf einen Gastauftritt. So präsentierte sich der Himmel über Goodwood mit strahlend blauem Himmel und somit hatten die Fans auch allen Grund zum Strahlen. Wo anders auf der Welt bekommt man(n) sonst schon derartig viele und unterschiedliche Vehikel zu sehen. Vom Motorrad bis zum Renntruck, aus der Vergangenheit des frühen 20. Jahrhunderts über die Gegenwart bis zur nahen Zukunft, wurde alles aufgefahren, was es (relativ) schnell den Hügel hinauf zum Ziel schaffen konnte. Dort wurde zwar die Zeit gestoppt, aber die meisten Teilnehmer legten sich nicht mit dem Rekord von 41,6 Sekunden an, den Nick Heidfeld bereits 1999 mit einem Formel-1-Wagen auf den Asphalt zauberte.

 

Unzählige Rennwagen mit teils heroischer Historie donnerten den Hill Climb hinauf. Oben beim eigentlichen Ziel, befand sich wieder der Start zur separaten Rallyestrecke durch den Wald. Dort kämpften sich neben modernen Rennwagen auch legendäre Siegertypen wie der Lancia Delta Integrale und der Ford RS200 durch den Matsch, während auf dem Asphalt Le Mans Renner und Formel 1 Boliden zu bewundern waren. Jedes Jahr wieder sehenswert sind natürlich die Silberpfeile von Mercedes-Benz Classic. Und für die Fans brachialer Fahrmaschinen gab es Tourenwagen, Nascar oder CanAm – nahezu nichts, was es nicht gab. Doch egal welche Klasse und Baujahr, die meisten Rennboliden waren in ihren luftigen Boxen den Zuschauern zum Anfassen nah.