Ford Mustang GT Fastback – Pony Car oder Muscle Car?

23.10.2015 | Christian Sauer | Testrides

Ford Mustang GT Fastback Fahrbericht

Lassen wir mal die Macho-Sprüche bei Seite und blicken lieber kurz zurück in die 1960er Jahren: Der Mustang galt im Vergleich zu den riesigen Straßenkreuzern als „kompakt“ und laut Legende soll er in Anlehnung an das Pferd im Logo und Namen deshalb „Pony“ genannt wurden sein. Mit jungen attraktiven Frauen wurde nicht nur für den Kauf geworben, sie waren auch in den Bedienungsanleitungen unübersehbar und galten als wichtige Zielgruppe. Damals wie heute können sie sich ebenfalls über zahlreiche Lackfarben und eine Cabrio-Version mit Stoffverdeck freuen. Dadurch schrumpft der Kofferraum zwar von 408 auf 332 Liter, bleibt aber alltagstauglich. Gleiches gilt für die zwei Rücksitze, deren Lehnen im Coupé getrennt umklappbar sind und die Kindern wie kleineren Erwachsenen ausreichend Platz bieten.

Serienmäßig gibt es bereits Leder mit drei Farben zur Wahl und elektrisch verstellbare Vordersitze. Im Rahmen des empfehlenswerten Premium-Paketes für 2.500 Euro sind diese dann zusätzlich kühlbar. Allerdings wird die Premium-Lederausstattung für die Sitze und das Armaturenbrett ausschließlich in Schwarz angeboten. Ohne Aufpreis nehmen Recaro-Sportsitze wie in unserem Testwagen Fahrer und Beifahrer in die Schraubzwinge. Doch der sehr gute Seitenhalt kommt zwangsläufig mit dem Verzicht auf die elektrische Verstellung und Sitzheizung einher.

 

Kritik müssen wir leider auch am billig wirkenden Plastik üben, aus dem zum Beispiel die Mittelkonsole und die an sich coolen Kippschalter sind. Und wenn ansonsten schon auf moderne Assistenz- und Sicherheitssysteme verzichtet werden muss, hilft zumindest eine Rückfahrkamera beim Parken. Lob verdienen das Infotainment-System mit 8-Zoll-Touchscreen sowie das Premium-Soundsystem mit zwölf Lautsprechern und Subwoofer im Kofferraum. Dazu gesellen sich nette Details wie die Ambiente- und Armaturenbeleuchtung mit zahlreichen Farben sowie das von den Außenspiegeln auf den Asphalt projizierte Pferdchen beim Ein- und Aussteigen. Doch der Mustang GT ist mehr als die Summe seiner Features, er bietet insgesamt ein extrem gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und „sehr viel Auto“ für unter 50.000 Euro.

 

Da kann hierzulande nur sein Erzrivale, der Chevrolet Camaro mit derzeit 432 PS starkem 6,2-Liter-V8 ab 39.990 Euro mithalten und dessen sechste Generation steht bereits in den Startlöchern. Dann erreicht der Chevy zumindest in den USA sogar 455 PS, aber auch Ford scheint noch nachlegen zu können. Der Mustang Shelby GT 350 soll dank Hubraumvergrößerung auf 500 PS und 540 Nm kommen – in Deutschland vorerst aber nur über Importeure zu kaufen sein. Doch der Mustang bietet viel Potential zum Träumen.