Erfahrener Mittelstürmer: Ford Kuga im Fahrbericht

02.04.2015 | Christian Sauer | Testrides

Ford Kuga Titanium Front Fahrbericht
Als Vater der wachsenden SUV-Familie bei Ford muss er sich zunehmend der Konkurrenz im eigenen Haus erwehren. Doch auch die anderen Hersteller schlafen nicht.

Es war bereits im Jahr 2007, als Ford auf der IAA erstmals den Kuga präsentierte und doch kam der erste VW Tiguan ihm zuvor, denn er rollte damals gerade zu den Händlern und der SUV-Trend nahm richtig Fahrt auf. Als die zweite Kuga-Generation Anfang 2013 hierzulande auf den Markt kam, blieben die dynamischen Formen des Vorgängers erhalten und wurden um acht Zentimeter auf 4,52 Meter verlängert. Damit positioniert sich der aktuelle Kuga zwischen den anderen Ford SUVs, dem kompakteren EcoSport und dem großen Edge. Letztgenannter US-Abkömmling soll ab dem zweiten Halbjahr 2015 auch in Deutschland den etablierten XL-Modellen möglichst viele Kunden abjagen.

 

Doch auch der Kuga lässt sich luxuriös ausstatten und bietet serienmäßig ein großzügiges Platzangebot. Hinter der auf Wunsch sensorgesteuerten Heckklappe, die sich per Fußbewegung elektrisch öffnet, warten 406 bis 1.653 Liter auf Gepäck. Die in der Neigung verstellbaren Rücksitze lassen sich mit einer Hand umklappen und bieten ansonsten auch Erwachsenen genügend Platz. Die Sitze vorn bieten guten Seitenhalt und waren in unserem Testwagen samt der zweitbesten Ausstattung „Titanium“ serienmäßig mit einer Stoff-Leder-Kombination bezogen. Gegen Aufpreis sind zwei verschiedene Lederausstattungen und eine elektrische Verstellung für den Fahrer erhältlich. Der Sozius kann dann zumindest per Hand die Höhe verstellen. Eine Belüftung zusätzlich zur Beheizung der Sitze wird nicht angeboten. Ansonsten gibt es zahlreiche Features serienmäßig oder gegen Aufpreis: Ambientebeleuchtung, Park-Pilot, Rückfahrkamera und vieles mehr.

Das Infotainment-System von Sony bietet jede Menge Anschlussmöglichkeiten, die Anzeige und Steuerung von Apps sowie einen guten Klang aus bis zu neun Lautsprechern. Allerdings fällt leider die Bedienung sehr kompliziert und das Display mit 8,8 cm oder 10,6 cm recht klein aus. Außerdem ist es relativ weit weg in dem wuchtigen Armaturenträger vor der beheizbaren Frontschreibe verbaut. Die  Verarbeitung im großzügigen Innenraum fällt gut aus, dennoch bleibt im Vergleich zur deutschen Premium-Konkurrenz noch Potential. Bis auf die in Türkis gehaltenen Anzeigen, dominiert schwarzer Kunststoff. Da könnte Ford wohl mit wenig Aufwand noch einiges herausholen. In Sachen Sicherheit war der Kuga in seiner Klasse schon immer ganz weit vorn und dank einer Vielzahl moderner Assistenzsysteme wie dem Adaptiven Tempomat, Spurhalte-Assistent oder Verkehrszeichenerkennung ist er immer noch auf dem Stand der Dinge.