Ford Focus ST – vielseitiger Sportler im Fahrbericht

06.08.2015 | Christian Sauer | Testrides

Ford Focus ST Turnier Drivers Club Germany Heck

Dem Fahrverhalten des ST können wir durchweg gute bis sehr gute Noten ausstellen. Mit rund 1,5 Tonnen Leergewicht lenkt er direkt ein, durchquert Kurven ebenso neutral wie schnell und präsentiert sich nicht zu hart abgestimmt. Dabei ist unser Turnier sogar mit dem optionalen Performance-Paket ausgestattet, das neben den 19-Zöllern mit 235er Reifen auch größere Bremsscheiben und rote Bremssättel beinhaltet. Hinzu kommen Einstiegsleisten mit beleuchtetem ST-Schriftzug. Den finden wir auch am handlichen Lenkrad, das sich per Winterpaket auch beheizen lässt, und auf den serienmäßigen Recaro-Sitzen, die Fahrer und Beifahrer fest in die Mangel nehmen. Je nach Statur könnten sie sich fast etwas zu eng anfühlen und der Seitenhalt ist leider auch nicht in Verbindung mit dem Leder-Exklusiv-Paket samt 8-facher elektrischer Einstellung individuell anpassbar. Es fehlen zudem eine Memory-Funktion und die Option auf Belüftung als Ergänzung zur dreistufen Sitzheizung. Dafür sorgt Recaro selbst im Fond für Seitenhalt, wo Platzprobleme sowieso kein Thema ist. Gleiches gilt für den Kofferraum des 4,56 Meter langen, 2,01 Meter breiten und 1,48 Meter hohen Kombis. Stattliche 490 bis 1.516 Liter Gepäck können geladen werden.

 

Ein Lob bekommt von uns auch das Infotainmentsystem SYNC2 mit 20,3-cm-Touchscreen. Es wirkt nicht nur deutlich moderner als die bisherigen Varianten, es lässt sich auch ohne die unübersichtliche Vielzahl an Knöpfen wesentlich besser bedienen. Passend dazu lassen sich verschiedene Sound-Systeme von Sony mit bis zu zehn Lautsprechern und eine Rückfahrkamera bestellen. Auf Wunsch parkt der Focus aber auch automatisch ein oder aus. Und auch an hilfreichen Komfort- und Sicherheits-Features mangelt es ihm zumindest gegen Aufpreis nicht. Bei aller Praktikabilität wirkt nahezu jedes Detail des Exterieur-Designs ab Werk sportlich gestaltet, ohne zu übertreiben. Wer seinen ST dann noch in einer dezenten Lackierung und nicht im leuchtenden „Sunset-Gelb Metallic“ oder wie in unserem Fall in „Race-Rot“ bestellt, bekommt für mindestens 29.100 Euro einen echten „Wolfs in Schafspelz“ geliefert. Nahezu voll ausgestattet liegt der Preis unseres Testwagens allerdings bei 39.160 Euro und dann stellt sich natürlich die Frage, ob man(n) sich dafür einen Ford Focus kaufen will oder doch vielleicht lieber ein anderes Modell. Der ST ist unserer Meinung auf jeden Fall einen zweiten Blick wert.