Ford Focus ST – vielseitiger Sportler im Fahrbericht

06.08.2015 | Christian Sauer | Testrides

Ford Focus ST Turnier Drivers Club Germany
GT, Mustang, Focus RS – derzeit scheint Ford mit Vollgas auf Performance abzufahren. Doch bis wir die neuen Modelle in den nächsten Monaten testen können, verkürzen wir die Wartezeit mit dem Focus ST als Turnier.

Bis zur Markteinführung des neuen RS ist der ST das sportlichste Modell der beliebten Focus-Baureihe. Dabei hat er es nicht leicht, heißen seine ärgsten Konkurrenten doch VW Golf GTI, Skoda Octavia RS und Opel Astra OPC. Als Karosserie-Formen bietet Ford den Focus ST anders als seinen Bruder RS als kompakten Fünftürer, aber auch als geräumigen Kombi mit dem Namenzusatz „Turnier“ an. Auf eine dreitürige Coupé- oder eine viertürige Stufenheck-Variante wie bei der Konkurrenz wird verzichtet. Dafür besteht für Kunden die Wahl zwischen einem 250 PS starken Turbo-Benziner oder einem 185-PS-Diesel mit jeweils vier Zylindern und 2,0 Liter Hubraum. Dabei stehen 360 Nm Drehmoment von 2.000 bis 4.500 Touren noch strammeren 400 Nm zwischen 2.000 und 2.750 Umdrehungen entgegen. Während der Benziner bei den Fahrleistungen – 6,7 Sekunden auf 100 km/h und 248 km/h Höchstgeschwindigkeit gegen 8,1 Sekunden und 217 km/h – klar die Nase vorn hat, verbraucht der Diesel mit offiziell 4,2 Litern vs. 6,8 Litern natürlich weniger und eignet sich so besser für Vielfahrer.

 

Keine Wahlmöglichkeit gibt es allerdings beim Getriebe: Ausschließlich wird eine 6-Gang-Handschaltung verbaut, die sich aber gut bedienen lässt und mit ihren relativ kurzen Schaltwegen überzeugt. Automatik-Fans werden die fehlende Alternative dennoch bedauern, auch wenn der Diesel durch sein Drehmoment sicherlich „schaltfauler“ als der Benziner gefahren werden kann. Letztgenannten merkt man seine Kraftreserven bei niedrigen Drehzahlen nicht sofort an. Doch wenn sich der Ladedruck des Turbos erst einmal aufgebaut hat, dann springt nicht nur der Zeiger der Zusatzinstrumente oberhalb der Mittelkonsole in Richtung zwei Bar, nein auch der Sound aus dem mittig angeordneten Sportauspuff gesellt sich kernig dazu. Der Frontantrieb scheint mit der Leistung nicht überfordert zu sein, zumindest während unseren Testfahrten auf trockenem Asphalt können wir keine Traktionsprobleme feststellen. Auch dank Torque Vectoring Control (TVC) kommt nicht zwangsläufig der Wunsch nach Allrad auf, was beim Focus RS mit 100 PS mehr selbstverständlich schon wieder ganz anders aussehen wird.