Mini-SUV Alternative? Fiat 500X 4×4 Cross

16.04.2016 | Christian Sauer | Testrides

Fiat 500X Drivers Club Germany
Gegen alle Skepsis überraschte uns der hochbeinige Cinquecento mit seinem positiven Gesamtpaket. Doch einige Mankos hat er dennoch offenbart. Welche das sind, verrät unser Fahrbericht.

Keine Frage, der Fiat 500 gehört neben dem MINI und dem VW Käfer zu den Kult-Kleinwagen vergangener Tage. Es sind nicht wenige Kritiker und Fans der Klassiker, die den Mythos durch die (vermeintlichen) Neuauflagen zerstört sehen. Und wie man es nicht machen sollte, beweist Volkswagen mit dem halbherzig ans Original angelehnte Beetle. Auch der stetig in der Größe gewachsene MINI hat heutzutage nicht mehr viel mit dem legendären Winzling von damals zu tun. Dennoch wächst auch – oder vielleicht vor allem – durch cleveres Marketing seine Fan-Gemeinde. Allen Unkenrufe zum Trotz hat BMW die MINI-Modellfamilie mit so vielen Varianten ausgebaut, dass man fast den Überblick verliert, fährt damit aber profitabel. Fiat geht bei seinem Kleinen zumindest ansatzweise den gleichen Weg und hat mit dem 500L zwar eine deutlich praktischere, da größere Variante auf die Räder gestellt, aber schön ist doch etwas anderes, oder?

Dann lieber ein kleines SUV – Fiat spricht selbst vom Crossover – als Derivat zum MINI Countryman. Mit 4,27 m fällt der 500X samt robustem Offroad-Look-Paket noch einmal länger als der 500L aus und wirkt nicht nur wegen den bis zu 18 Zoll großen Rädern und 17,9 cm Bodenfreiheit zudem optisch stimmiger. Alternativ soll der City-Look ihm mehr Urbanität und Eleganz verleihen. Subjektive Vergleiche mit dem Fiat-500-Dreitürer oder gar dem Original aus den 1950er Jahren würde er wohl zumeist verlieren. Da helfen auch seine an die lange Tradition erinnernden Reminiszenzen in Form von 500er Schriftzügen und Symbolen nicht. Dennoch stellt der 500X ein recht muskulös gestyltes Kompakt-SUV dar, das sich ähnlich wie der Countryman von den meisten anderen SUVs auf den ersten Blick unterscheidet.

 

Parallelen zum MINI gibt es ebenfalls beim Antrieb, wo die Wahl zwischen Vorderrad oder Allrad, automatisierten oder manuellen Getrieben und zahlreiche Benzin- und Diesel-Motorisierungen ab 70 PS besteht. Während gegen den 218 PS starken John Cooper Works Countryman idealerweise eine (noch) nicht angebotene Abarth-Version bestehen würde, holt der stärkste Benziner in Verbindung mit der obligatorischen 9-Stufen-Automatik aus nur 1,4 Litern Hubraum derzeit 170 PS sowie 250 Nm.

Der Top-Diesel des Fiats mit 2,0 Liter Hub, den es ebenfalls mit der Automatik oder einer 6-Gang-Handschaltung gibt, kommt auf 140 PS und 350 Nm Drehmoment. Zum Vergleich – der MINI Cooper SD leistet 143 PS und 305 Nm. Dass letztgenannter damit kraftvoll ab- und durchzieht, können wir aus eigener Erfahrung sagen. Wie es mit dem vergleichbaren 500X aussieht, müssen wir offen lassen, denn der ursprünglich geplante Testwagen fiel wegen eines Unfalls im Vorfeld aus.