Alles auf Rot – Ferrari Racing Days 2013

04.09.2013 | Christian Sauer | Lifestyle, News

Ferrari Racing Days 2013 Hockenheim Drivers Club Germany

An keinem anderen Platz auf der Welt gab es letztes Wochenende mehr „Springende Pferde“ zu bewundern als auf dem Hockenheimring. Neben mehr als 1.000 Straßensportwagen gab es auch die XX-Programme und F1 Clienti auf der Piste zu erleben – Drivers Club Germany war live vor Ort dabei.

Eine Überraschung war es natürlich nicht, dass die Farbe „rot“ die Szenerie beherrschen würde –Ferraristi aus ganz Deutschland, den Nachbarstaaten und sogar aus Übersee waren nach Hockenheim geströmt, um bei den Ferrari Racing Days der Legende aus Maranello zu huldigen. Vor allem die Acht- und Zwölfzylinder-Modelle aus den letzten drei Dekaden füllten den wohl teuersten und exklusivsten Parkplatz Deutschlands. Ältere Modelle waren leider weniger vertreten und umso mehr freuten wir uns, auch einige der nach Enzo Ferraris Sohn benannten Dino zu erspähen. Schade, dass die Kundenfahrzeuge nicht analog Porsche beim AvD Oldtimer Grand Prix nach Modellen aufgereiht wurden. Statt ein noch imposanteres Gruppenbild zu ermöglichen, „versteckten“ sich auch einige der raren Exoten à la F40 und Enzo in der nahezu unüberschaubaren Menge. Interessant: Die traditionell typische Dominanz des „Ferrari-Rot“ wird anscheinend sukzessive auch durch andere Lacktöne gebrochen – gerade die großen Coupés kleiden sich immer mehr in dezenteren Farben.

Neben einem kaum auffallenden Youngtimer von DeTomaso entdeckten wir auf dem Parkplatz sogar einige „Stiere“ des Erzrivalen Lamborghini. War es Mut oder Provokation, mit ihren zugegeben ebenfalls sehr reizvollen Sportwagen beim hierzulande größten Ferrari-Treffen vorzufahren – egal – auch die „Toreos“ zeugten den „Ferraristi“ Respekt. Diese konnten sich nach vorheriger Anmeldung mit ihren Straßenwagen auf der GP-Strecke des Hockenheimrings austoben und sich (zumindest ansatzweise) dem Grenzbereich ihres Ferraris annähern. Während der Sound ausnahmslos für Gänsehaut sorgte, ließ sich die unterschiedliche Eignung der unterschiedlichen Modelle für die Piste mit schon mit bloßem Auge erahnen. Gerade der große und als erster Ferrari überhaupt mit Allradantrieb ausgestattete FF tat sich schwer, gegenüber seinen mit Heckantrieb leichteren und noch dynamischeren Brüdern F12berlinetta und 458 als Italia oder Spider, mitzuhalten.

 

Alles andere als zurückhaltend oder materialschonend kämpften die Piloten der Ferrari Challenge mit ihren Rennversionen des 458er um den Sieg und gute Platzierungen. Nur gegen sich selbst und die Uhr fuhren dagegen die Privatiers bei den XX-Programmen und F1 Clienti. Kompromisslosen Zwölfzylinder-Sound lieferten dabei die auf den 599 GTB basierenden 599XX mit 730 PS und die vom Enzo abgeleiteten FXX mit 800 PS. Die spektakulären Boliden besitzen keine Straßenzulassung und sind nur während „Besitzer Testfahrten“ bei Ferrari Veranstaltungen wie den Racing Days zu erleben. Diese finden jedes Jahr in einem anderen Land statt und gastierten das letzte Mal 2008 in Deutschland. Damals stand noch Michael Schumacher im Dienst der „Roten“ und stellte am Nürburgring erstmals den FXX vor. Nicht nur der Rekord-Weltmeister, sondern auch die anderen Fahrer und Besitzer brachten Ferrari mit dem Prototyp wertvolle Erkenntnisse für die Entwicklung späterer Serienmodelle.