Carbonara – Ferrari F12berlinetta

27.10.2013 | Anja Sauer | Testrides

Ferrari F12berlinetta Drivers Club Germany

Eine Reise in den Süden ist für alle schick und fein. Unsere Redakteurin Anja Sauer durfte mit dem Ferrari F12berlinetta zum Carbonara-Essen fahren und sein italienisches Temperament auskosten.

„Carbonara“ – die kann man nicht nur essen, sondern auch im F12 entdecken. Bei so viel Carbon kann man ihm den Beinamen des italienischen Nationalgerichts schon mal verpassen. Ebenso wie die berühmte Soße aus frischen Eiern, bester Sahne, feinstem Speck und teurem Parmesan, ist auch der Ferrari mit einer Kombination aus besten Materialien bestückt. Neben den Kohlefaserelementen befindet sich edles Leder im Innenraum und 12 Zylinder mit 6,6 Litern Hubraum unter der Haube – im Übrigen der stärkste V12-Sauger, der bei Ferrari je gebaut wurde. Damit knüpft der F12 an die alten Traditionen der Zwölf-Zylinder-Ferrari an und reiht sich in die Liga des Ferrari 250 GTO, F50, Enzo und des neuen LaFerrari ein, dem bis dato schnellsten Pferd aller Zeiten ein.

Mit einer Beschleunigung von 3,1 Sekunden von Null auf 100 km/h wirkt dieser Wert zunächst recht bescheiden, aber bis zur 200er Marke vergehen nur 8,5 Sekunden. Die rund 1,6 Tonnen Leergewicht bei 740 PS sind für einen V12 ebenfalls ein guter Wert, damit ist er etwa 70 kg leichter als sein Vorgänger, der Ferrari 599 GTB Fiorano. Auch die Aerodynamik wurde deutlich verbessert. Der F12 ist kompakter geschnitten, der Schwerpunkt liegt ca. 25mm tiefer. Überhaupt ist das Design in sich sehr stimmig, seine feinen Linien ziehen sich harmonisch von vorne nach hinten durch. Weiche sowie markante Züge vermitteln einen sportlichen, aber nicht zu aggressiven Eindruck.

Nun aber wollen wir den Topspeed von mehr als 340 km/h ausreizen und treten kräftig aufs Gas. Beim Beschleunigen wird einmal mehr deutlich, dass der F12berlinetta schon ab 2.500 Touren 80% seines maximalen Drehmoments von 690 Nm raus holt und maximale Performance garantiert. Der Motor entfacht bei hohen Drehzahlen ein wahres Klangfeuerwerk – italienisches Temperament eben. Und sollten wir einmal voll in die Eisen gehen müssen – in ca. 35 Metern stehen wir, dank der serienmäßigen Carbon-Keramik-Bremsen.

Bedingt durch die Transaxle-Bauweise (Motor vorne, Hinterradantrieb) und sein damit sehr gutes Gewichtsverhältnis von 46% an der Front zu 54% am Heck gibt sich der Ferrari ausgewogen und neutral. Als Getriebe kommt ein Doppelkupplungs-F1-Getriebe zum Einsatz, welches ultraschnelle Gangwechsel erlaubt. Seine Power entfaltet sich während der gesamten Fahrt bei verschiedenen Geschwindigkeiten recht gleichmäßig, so dass wir uns immer wieder dran erinnern müssen, 740 PS unterm Hintern zu haben. Und dabei ist das Handling so einfach, dass unsere Reise zum Lieblings-Italiener gar nicht lang genug sein könnte.