Best of 2015: Ferrari California T

29.12.2015 | Christian Sauer | Testrides

Ferrari California T
Wir eröffnen auf Sylt die Open-Air-Saison mit dem vielseitigen Ganzjahres-Cabrio aus Maranello. Nicht nur der V8-Turbo mit 560 PS begeistert.

Unsere Reise startet in der Dunkelheit der Nacht und der Weg führt uns über menschenleere Autobahnen ohne Tempolimit, wo der Ferrari California T neben seinen ausgezeichneten Qualitäten für die Langstrecke auch seine sportliche Seite zeigen kann. Beeindruckende 3,6 Sekunden auf Tempo 100 und 316 km/h Höchstgeschwindigkeit zeugen von seinem Potential. Doch dieser Ferrari ist nicht zum „Rasen“, sondern zum Reisen und Genießen gedacht. Dazu passt die enorme Durchzugskraft mit maximal 755 Nm Drehmoment, die der Achtzylinder dank zwei Twinscroll-Turboladern und aus der Formel 1 abgeleiteten Innovationen aus 3,9 Liter Hubraum schöpft. Trotz der deutlich gesteigerten Leistung und seiner Drehfreudigkeit – der rote Bereich des Drehzahlmessers beginnt erst bei 7.500 Touren – ist der komplett neue Motor rund 15 Prozent sparsamer als sein Vorgänger. Die Kraftübertragung übernimmt ein schnell schaltendes 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe mit geschmeidigem Automatikmodus. Nur ungern verzichten wir auf das kraftvolle, voluminöse Klangerlebnis aus den vier Endrohren, als wir den California T auf dem Autozug vom Festland zur nördlichsten Insel Deutschlands parken.

 

Die Sonne kämpft immer noch gegen den Nebel und die tiefen Temperaturen an, als wir unser Ziel erreichen. Doch das stört uns nicht, wir wollen die Salzluft auf unserer Haut spüren und nach 14 Sekunden ist das faltbare Aluminium-Hardtop im Heck verschwunden. Platzprobleme gibt es keine, denn offen stehen 240 Liter für das Gepäck zur Verfügung und mit geschlossenem Verdeck sind es sogar 340 Liter. Für noch mehr Flexibilität lassen sich die Lehnen der Rücksitze umklappen und mit etwas Kreativität fahren im California T selbst Surfbretter mit. Die Boards verschlechtern allerdings die ausgezeichnete Aerodynamik, die geschlossen für geringe Windgeräusche und offen für wenig Zugluft im hochwertigen Cockpit sorgt. Zusätzlich lässt sich ein Windschott montieren. Doch wir genießen lieber die leichte Meeresbriese, die wohlige Wärme der Sitzheizung und den Blick auf die Nordsee. Die präsentiert sich im Frühjahr zwar immer noch eiskalt, aber das hält die einheimischen Surfer nicht davon ab, geduldig im Wasser auf die perfekte Welle zu Warten. So bleibt ihnen nur das Träumen von der Sonne Kaliforniens und der Pazifikküste, wo Surfen zum Leben dazu gehört.