FCA Heritage @ Classic Days Schloss Dyck 2018

06.08.2018 | Christian Sauer | Lifestyle, Testrides

Erstmals unter dem neuen Sammelbegriff FCA Heritage (Fiat Chrysler Automobiles) firmierend, konnten bei der Classic Days Schloss Dyck 2018 zahlreiche italienische Legenden und am Steuer Arturo Merzario hautnah erlebt werden.

Der ehemalige Formel-1-Pilot, der immer durch seinen Hut auffällt und immer gute Stimmung verbreitet, posierte gerne für Fotos und schrieb fleißig Autogramme. Vielen Zeitzeugen ist er heute immer noch als Lebensretter von Nikki Lauda bekannt, den er 1976 beim Deutschland-GP auf dem Nürburgring zusammen mit anderen Piloten aus dem brennenden Ferrari zog. Doch nicht „nur“ in der Formel 1 schrieb er Geschichte: Ein Jahr zuvor gewinnt er zusammen mit Jacques Laffite, Derek Bell und Henri Pescarolo auf dem 450 PS starken Alfa Romeo Tipo 33TT12 die Langstrecken-Weltmeisterschaft. Der V12-Boxer-Rennwagen gewinnt auch die Targa Florio und steht ansonsten im Werksmuseum von Alfa Romeo in Arese bei Mailand.

Sein dortiger Nachbar, der 155 V6 Ti holte in 1993 in der Premierensaison von Alfa in der DTM dank Allradantrieb und 420-PS-Hochdrehzahl-V6 auf Anhieb den Markentitel mit zwölf von 20 gewonnenen Rennen. Leider kam der faszinierende Tourenwagen dieses Jahr bei den Classic Days wegen technischer Probleme nur am Freitag zum Einsatz. Aber zum Glück mangelte es bei den FCA-Heritage-Demoläufen nicht an Autos. An den Start gingen beispielsweise ein Abarth Monomille Scorpione (1962), Abarth 1000 OTS (1966), Alfa Romeo Giulietta Sprint Speciale (1962), Alfa Romeo Giulia Sprint 1750 GTAm (1971), Fiat 6C 1500 (1935) und ein Fiat 124 Sport Spider (1969).

Letztgenannten konnten wir bereits vor zwei Jahren rund um Schloss Dyck fahren und er begeistert jedes Mal auf neues. Die Karosserie des 1966 präsentierten Fiat 124 Sport Spider gilt als das Meisterwerk von Pininfarina-Designer Tom Tjaarda, einem Amerikaner mit niederländischen Wurzeln. Er verpasste dem 2+2-Sitzer eine markante Front mit flach auslaufender Motorhaube, die von ausgeprägten Kotflügeln mit runden Scheinwerfern eingerahmt wird. Auch der elegante Hüftschwung der hinteren Kotflügel und der Knick zur Kofferraumkante – der sogenannte Schwalbenschwanz – sind unverwechselbar.

Das Chassis inklusive Radaufhängungen und hinterer Starrachse stammt von der Fiat 124 Limousine. Beim Motor entscheiden sich die Ingenieure dagegen für einen technisch aufwändigeren Weg: Ex-Ferrari-Techniker Aurelio Lampredi konstruiert eigens einen Vierzylinder mit einem Querstrom-Zylinderkopf aus Leichtmetall und zwei obenliegenden Nockenwellen. 90 PS aus knapp 1,5 Liter Hubraum wirken heute untermotorisiert, sind Ende der 1960er Jahre eine Ansage. Auch ein serienmäßiges Fünfganggetriebe und Scheibenbremsen an allen vier Rädern sind damals alles andere als selbstverständlich. Mit bis zu 170 km/h gehört der rund 930 Kilogramm leichte Spider mit Stoffverdeck Ende der 1960er Jahre zu den sportlichsten Fahrzeugen in seinem Segment.

Die Verbindung zur Gegenwart stellten der aktuelle Fiat 124 Spider, der Abarth 695 Rivale und der Alfa Romeo Stelvio Quadrifoglio her. Nachdem das 510 PS starke, überaus dynamische SUV bereits bei unserem ersten Test in Spanien auf öffentlichen Straßen und der Strecke in Ascari einen hervorragenden Eindruck hinterließ, bestätigte der Stelvio diesen auch bei unserer Fahrt in Schloss Dyck.

Doch noch einmal zurück zu den Klassikern: Unter der Marke FCA Heritage sind inzwischen alle Aktivitäten rund um historische Fahrzeuge der Marken Fiat, Abarth, Alfa Romeo und Lancia gebündelt. Zum Beispiel können Fans und Besitzer der italienischen Klassiker im Internet (www.fcaheritage.com) auf umfangreiche Dienstleistungen wie Geburtsurkunden der Fahrzeuge oder einen Newsletter zugreifen. FCA Heritage bietet außerdem originalgetreue Restaurierungen und die Erstellung von Echtheitszertifikaten an, verkauft darüber hinaus in den eigenen Werkstätten restaurierte Klassiker.

Was wir sonst noch bei den Classic Days Schloss Dyck 2018 erlebt haben …

Teil 1: Best of Classic Days Schloss Dyck 2018
Teil 2: Autostadt mit Porsche 911 Turbo und VW Bi-Motor-Golf
Teil 4: Jaguar Land Rover mit Range Rover Classic
Teil 5: Mercedes-Benz mit Prinz-Heinrich Wagen