Eine Reise wie Tausend und Eine Nacht: Oman

15.02.2015 | Anja Sauer | Lifestyle

Teaser Drivers Club Oman
Begleiten Sie uns auf eine Reise in das Reich des mächtigen Sultans und des sagenumwobenen Sindbads, der ebenso wie unsere Redakteurin Anja Sauer vom Oman fasziniert war.

Dubai und Abu Dhabi bilden zumeist den Mittelpunkt des Interesses und sind die meistbesuchten Destinationen von abertausenden von Touristen in der Golf-Region. Den Oman haben die wenigsten auf den Plan, wenn es um favorisierte Reiseziele geht. Dabei hat das Land mit einer mit Deutschland vergleichbaren Größe sehr viel mehr zu bieten als man denkt. Fernab von den Skyscrapers Dubais und Abu Dhabis Attraktionen, wie der Ferrari World, bietet der Oman viel Kultur und Geschichte, sowie eine atemberaubende Landschaft. Bis zu 3.500m hohe Berge, Canyons, die sich nach den winterlichen Regengüssen in reißende Bergflüsse verwandeln und die Weiten der Wüste mit ihren gigantischen Dünen. Weiterhin bietet das Land faszinierende Küstenlandschaften mit beeindruckenden Felsen und idyllischen Fischerstädtchen. Es ist also für jeden Geschmack etwas dabei. Der Oman ist ein Land für Abenteurer, Wasser- und Bergsportler, Geschichtsinteressierte und Badeurlauber.

Die Hauptstadt Muscat mit über 700.000 Einwohnern liegt ebenfalls am Meer und ist das kulturelle, wie wirtschaftliche Zentrum des Landes. Dort befinden sich sämtliche Ministerien und Botschaften. Überall grüßt das Antlitz des Sultans Qabus ibn Sa’id Al Sa’id, der seit 1970 das Land regiert. Er ist sehr beliebt und kümmert sich um die Probleme seines Volkes. Sein Palast liegt unweit des Hafens von Muscat, wo seine 155 m lange Yacht „Al Said“ samt Begleitschiffen beheimatet sind. Damit bereist er die Küsten seines weitläufigen Reichs. Seit Jahren schon hat er sich dem Umweltschutz verschrieben und mehrere Regionen zu Naturschutzgebieten erklärt – einige davon auch unter Wasser. Selbst in unmittelbarer Nähe zur Hauptstadt finden sich ausgezeichnete Tauch- und Schnorchelgebiete. Die Korallenriffe sind gut erhalten und es gibt eine Vielfalt von bunten Fischen und Schildkröten, für die eigens Ranger die Strände schützen, während die jungen Schildkröten schlüpfen.

Sogar inmitten eines der schönsten Resorts des Landes, dem Barr Al Jissah Resort & Spa, haben die friedlichen Meeresbewohner eine eigene Bucht. Doch keine Sorge, Strände gibt es wie Sand am Meer, die Anzahl internationaler Luxushotels ist allerdings noch überschaubar, ebenso wie die touristische Infrastruktur, die sich nach und nach entwickelt.

 

Im Gegensatz zu vielen anderen arabischen Ländern ist der Oman ein sehr liberales Land. So gibt es zum Beispiel mehrere Universitäten, an denen es sogar Männerquoten gibt, weil dort fast ausschließlich Frauen studieren. Daneben hat der Oman eines der fortschrittlichsten Gesundheitssysteme der Welt, denn man findet in jedem größeren Dorf eine Klinik mit sehr gut ausgebildetem Fachpersonal und die Behandlungen sind für Einheimische kostenfrei.

Während die extrem heißen Sommer mit über 40 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit kaum erträglich sind – wie viele Omanis verbringt der Sultan diese Zeit lieber im Süden des Landes oder in Europa – wird es im Winter hingegen angenehm mild und durchaus auch mal regnerisch. Dadurch werden die zum Teil vollständig ausgetrockneten Flüsse, Wadis genannt, zu reißenden Bergflüssen und machen so manche Straßen gar nicht oder nur mit einem guten Offroader passierbar.

Zu einem Pflichtbesuch zählt im Oman sicher die ehemalige Hauptstadt Nizwa, etwa 170 km bzw. 1,5 Stunden mit dem Auto von Muscat entfernt. Für Frühaufsteher gibt es dort an jedem Freitagmorgen einen Viehmarkt und gleich nebenan einen Souk mit Gewürzen des Orients, traditioneller Kleidung und natürlich den Silbermarkt, an dem es sicher das ein oder andere Mitbringsel für die Lieben zu Hause sein darf. Dazu gehören die Krummdolche mit schönen Silberverzierungen, die sich bestimmt sehr gut in der heimischen Urlaubsvitrine machen.

Während der Fahrt zum nächsten Highlight sieht man neue, moderne Einfamilienhäuser im arabischen Stil entstehen und natürlich sollte man im Falle kreuzender Kamele bremsbereit sein. Doch irgendwann ist auch der Tank jedes Autos leer und an der Tankstelle treibt es uns die Neidestränen in die Augen, denn bei einem Literpreis von ca. 25 Cent würde man am Liebsten eine Pipeline nach Hause legen oder gleich in den Oman auswandern. Unbegrenzt schnell fahren sollte man jedoch nicht. Zwar sind die meisten Straßen erst in letzter Zeit entstanden und sehr gut ausgebaut, aber bei 120 km/h Tempolimit bekommt man sonst schnell ein teures Foto von einem der vielen Radargeräte per Express zugeschickt.

Einige Straßen sind jedoch noch nicht ausgebaut, aber umso besser, wir fahren sowieso gerne mal offroad. Ein bisschen Abenteuer und Nervenkitzel im Urlaub kann ja nicht schaden. Allerdings braucht man kein ausgesprochener Offroadexperte zu sein um auch auf den meisten nicht asphaltierten Straßen sicher zu fahren.

Sicherheit wird im Oman groß geschrieben und die Kriminalität ist sehr gering. Man könnte quasi mitten in der endlosen Landschaft spontan übernachten und wird höchstens von einer frei-lebenden Ziege überrascht. Selbst wer sich einmal im Landesinneren verirren sollte, findet bestimmt einen der sehr, sehr gastfreundlichen Omanis, die gern mit Rat und Tat, sowie Proviant aushelfen. Frei bewegen und alleine durch den Oman touren ist also ebenso wenig ein Problem, wie freie Kleidungswahl. Ein bisschen Respekt sollte man allerdings selbstverständlich mitbringen, wenn man Gast in einem arabischen Land ist. Dann wird man auch mit einem herzlichen „Salem Aleikum“ begrüßt und garantiert nicht das letzte Mal in dieses wirklich wunderschöne Land reisen.