Ein Auto für alle Fälle – Der neue Range Rover Sport

19.09.2013 | Anja Sauer | Testrides

Range Rover Sport Teaser

Lange drauf gewartet – endlich ist er da. Ab sofort steht der neue Range Rover Sport bei den Händlern. Drivers Club Germany Redakteurin Anja Sauer freute sich sehr, ihn vorab zu testen.

Der Range Rover Sport ist schon seit jeher ein Geländewagen für all diejenigen, denen der große Range nicht sportlich genug ist. Die Grundmotorisierung, ein 3-Liter-V6-Turbodiesel mit 258 PS hat da schon einiges unter der Haube. Und nicht nur das – auch die Serienausstattung bietet ein paar wertvolle Features, wie eine neue Achtstufenautomatik, elektronisch geregelte Luftfederung, beheizbare Scheibenwischer, Multifunktions-Lederlenkrad, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, integriertes Telefonsystem mit Bluetooth-Schnittstelle und eine 380-Watt-Audioanlage mit CD-Spieler und acht Lautsprechern. Das kann sich ja schon mal sehen lassen. Neben dem Einstiegsmodell kann man auch einen 292 PS starken Turbodiesel, einen 4,4-Liter-V8-Turbodiesel mit 339 PS und die neue Hybrid-Variante bekommen.

Für meine erste Testfahrt mit dem neuen Range wähle ich allerdings das Spitzenmodell, den 510 PS starken Supercharged V8-Benziner mit fünf Litern Hubraum. Größenwahnsinnig? Ach was – Frau kann eben nie genug Kraft unterm Hintern haben! Schon beim Einnehmen der Sitzposition (diese sind bis zu 18-fach verstellbar) fühle ich mich wie im Wohnzimmer. Weiches, duftendes Oxford-Leder, hochwertige Materialien und eine übersichtliche Mittelkonsole versprühen ein frisches, komfortables Ambiente. Sofort ins Auge sticht mir auch der Joystick-Schalt-Hebel aus dem Jaguar F-Type, der den Dreh-Knopf der anderen Range Rover-Modelle ersetzt. Auch der Platz im Fond ist nicht zu verachten und kaum geringer als im großen Range. Die Kopf- und Beinfreiheit ist wider erwartend groß. Auch hinten gibt es optional Sitzheizung und weitere Ausstattungen. Wer noch mehr Sitzplätze braucht, der kann erstmals eine Variante mit ausklappbarer dritter Sitzreihe bestellen und bekommt zwei weitere Plätze.

Nachdem ich alles visuell und haptisch „erfasst“ habe – ich kann meine Finger einfach nicht von ihm lassen – will ihm nun endlich die Sporen geben. Die Fahrdynamik, die der Brite dabei an den Tag legt, ist für einen SUV nahezu perfekt, denn er hat um 420 kg auf rund 2,2 Tonnen kräftig abgespeckt. Von Null auf 100 km/h braucht der „stärkste Kerl“ der Modellreihe gerade einmal 5,3 Sekunden. Das ist angesichts der Form im Vergleich zu einem aerodynamischeren Sportwagen ein ordentlicher Wert. Sein Handling auf kurvenreichen Strecken ist ebenfalls sehr ansprechend. Die Lenkung spricht direkt an– kein bisschen synthetisch lässt er sich durch enge Kurven steuern. Und auch die linke Spur der Autobahn ist keine große Herausforderung für ihn. Beim Topspeed von maximal 250 km/h und dem V8-Blubbern in den Ohren ertappe ich mich mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht. Noch dazu wird die linke Spur von vorausfahrenden Fahrzeugen freiwillig geräumt – einige scheinen bei dem muskulösen Anblick meines Ranges im Rückspiegel Angst zu bekommen. Um so besser, ich genieße noch ein wenig die Geschwindigkeit auf der freien linken Spur, bevor ich mich von seinen Offroad-Fähigkeiten überzeuge.