Der Golf – das Update

13.02.2017 | Jan Minor | Allgemein, Testrides

Wir haben die neuen Facelift-Modelle bei unserer Testfahrt auf Mallorca genauer unter die Lupe genommen.

Seit mehr als 40 Jahren ist er auf den Straßen Deutschlands zu sehen. Auch 2016 war das meistverkaufte Modell von Volkswagen erneut der Golf. Doch dieses Jahr ist es wieder so weit, die deutsche Ikone bekommt ein Facelift verpasst. Selbst Volkswagen bezeichnet „nur“ als Update. Aber was bringt es?

Auf den ersten Blick fallen außen die neuen Voll-LED-Scheinwerfer an der Front ins Auge. Diese ersetzen nun ausstattungsabhängig die Xenonscheinwerfer. Die LED-Rückleuchten werden zum festen Bestandteil der Serienausstattung. Ein besonderer Hingucker ist die Blinker-Animation, die wir auch schon von anderen Herstellern kennen. Doch auch andere Details des Golfs wurden nachgeschärft, besonders der fehlende Radarsensor im Kühllufteinlass wird die Kunden erfreuen. Dieser verschwindet in Zukunft gut versteckt hinter dem VW-Logo im Kühlergrill.

 

 

Neue Chromblenden für die Abgasanlage und neue Stoßfänger spiegeln das geschärfte Design des überarbeiteten Golfs wieder. Ein gutes Erkennungsmerkmal für das Facelift Modell ist, das der Frontschweller nun zwei Lamellen statt drei hat. Neue Felgen und Farben runden das Exterieur-Update ab.

Auch im Interieur war Volkswagen kräftig am Werk. Ein echter Hingucker ist der rahmenlose Rückspiegel, den wir schon aus dem Passat kennen. Das eigentliche Highlight stellt jedoch das 12,3 Zoll große Active-Info Display dar, das perfekt mit dem neuen Infotainmentsystem zusammenarbeitet. Das Active-Info Display ist ein voll digitalisiertes Kombiinstrument mit zahlreichen interaktiven Funktionen. Neben der km/h-Anzeige und dem Drehzahl,esser kann der Fahrer zwischen den Profilen „Classic“, „Verbrauch & Reichweite“, „Effizienz“, „Leistung & Fahrassistenz“ und „Navigation“ wählen. Je nach Modell besitzt es ein individuelles Design, welches beim GTI mit Rot als Kontrastfarbe zum Einsatz kommt. Wirklich praktisch ist die Navigationsanzeige, die der Fahrer somit nie aus dem Auge verliert. Sie kann sowohl 2D- als auch 3D-Karten anzeigen.

 

 

Ganz nach dem Motto „Always on“ digitalisiert Volkswagen mit dem neuen Infotainmentsystem „Discover Pro“ den Golf. Es kann per Touch oder Gestensteuerung bedient werden kann. Der Sensor für die Gestensteuerung befindet sich unterhalb des Displays. Damit lässt sich das Infotainmentsystem mit ein bisschen Übung per Wisch-Geste navigieren.

 

 

Smartphone-Besitzer können sich über den Support der App-Connect Diensten Apple CarPlay, Android Auto und Mirrow Link freuen. Das so genannte Carnet System wurde ebenfalls erweitert und beinhaltet nun viele neue Online-Dienste. Beispielweise lassen sich Nachrichten, Spritpreise, Tankstellen, Parkplätze und Online-Verkehrsinformationen abrufen.

Abgesehen von viel „Entertainment“ bietet der neue Golf auch eine ganze Hand voll neuer Assistenzsysteme, die das Fahren sicherer machen. Der Emergency Assist erkennt, ob der Fahrer noch reagiert. Wird weder eine Lenk-, Brems- noch Beschleunigungsaktivität gezeigt, gibt es eine Art Wachrüttel-Warnung. Erfolgt erneut keine Reaktion, bremst das Auto kontinuierlich ab, schaltet den Warnblinker ein und hält mit dem Lane Assist bis zum Stillstand sicher die Spur. Somit kann es in einer Notsituation zum sicheres Anhalten des Fahrzeuges kommen. Mithilfe des Front- und Stau-Assist wird ein Teilautonomes Fahren ermöglicht. Bis Tempo 60 hält der Golf die Spur, wobei auch hier immer noch die Hände am Lenkrad sein müssen. Auch der richtige Abstand zum Vordermann wird gehalten und somit wird der Stop- and Go-Verkehr zum Kinderspiel.

 

 

Natürlich war Volkswagen auch unter der Haube kräftig am Werk. Ein neu entwickelter 1.5l-Motor sorgt für 150 PS. Im laufe des Jahres wird er zusätzlich als BlueMotion-Variante mit rund 130 PS verfügbar sein. Auch der GTI bleibt beim Upgrade natürlich nicht „verschont“: 230 PS für das Standard-Modell und 245 PS für den GTI Performance bringen extra Leistung im Vergleich zum Vorgängermodell. Das neu entwickelte 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe senkt den Verbrauch um bis zu 0,3 Liter pro 100 km und kommt in allen Modellen bis auf das Einsteigermodell zum Einsatz. Es soll den Motoren ermöglichen, in besseren Betriebspunkten zu laufen.

 

 

Für uns ist und bleibt der Golf ein Golf – ein Auto, das die Kunden lieben werden und vor allem mit Qualität, Sicherheit, Effizienz und dank der Überarbeitung mit einem modernen Design überzeugt.