Best of 2015: Classic Days Schloss Dyck

30.12.2015 | Christian Sauer | Lifestyle, News, Testrides

Classic Days Schloss Dyck Drivers Club Germany
Oft mit Goodwood verglichen, hat das vielseitige Klassiker- und Motorfestival in den letzten zehn Jahren seinen eigenen Charakter und Reiz entwickelt. Unsere Redakteure Anja und Christian Sauer waren live in der Nähe von Düsseldorf dabei und mit zwei begehrten Oldtimern auf der Strecke unterwegs.

Es riecht nach Benzin und Öl, als die ersten Besucher bei strahlendem Sonnenschein schon am frühen Morgen das Fahrerlager der Classic Days Schloss Dyck erreichen. Mit der Ruhe im Paddock ist es auch bald vorbei, als die ersten Boliden aus elf Jahrzehnten zum Leben erweckt werden. Gestartet werden die ältesten unter ihnen sogar noch per Handkurbel. Mit ohrenbetäubendem Brüllen melden sich die Motoren mit oft riesigem Hubraum und bis zu 16 Zylindern bereit zum Einsatz. In die Cockpits mit zum Teil riesigen Holz-Lenkrädern steigen neben ambitionierten Privatiers ebenfalls prominente Profi-Rennfahrer à la Hans-Joachim „Strietzel“ Stuck, Frank Biela, Jochen Mass, Klaus Ludwig, Ellen Lohr, Roland Asch, Dieter Glemser und als Ehrengäste der 95-jährige Jaguar-Testfahrer Norman Dewis und die lebende Legende Sir Stirling Moss, den wir bereits während des Goodwood Festival of Speed interviewen konnten. Doch anders als beim dortigen Hillclimb donnern die historischen Wagen und einige moderne Boliden wie der Alfa Romeo 4C und der Bentley Continental GT3 nicht durch den Park des Anwesens, sondern über eine 2,8 km lange Rundstrecke.

 

Auf den ansonsten öffentlichen Landstraßen – größtenteils nur von Strohballen begrenzt – ist mehr oder weniger Vollgas angesagt, bevor die Tempolimits in den beschaulichen Ortsdurchfahrten uns einbremsen. Wir haben nämlich das besondere Vergnügen, mit einer 1971er Giulia von Alfa Romeo und einem 1968er Jaguar S-Type dort mehrere Runden zu drehen. Wer noch nie mit solchen Oldies fahren konnte, kann leider gar nicht nachvollziehen, wie intensiv sich das anfühlt. Dazu kommen noch die Anwohner, Fans und Schaulustigen, die am Straßenrand oder in ihren Vorgärten entlang der Strecke begeistert den seltenen Fahrzeugen bei ihren Demoläufen zujubeln. Dazu gehören beispielsweise der Audi V8 DTM von 1990 und der Auto Union Typ D aus dem Jahr 1939, ebenso wie zahlreiche Vorkriegs-Bentleys, Mercedes 300 SL, Monoposti & Co. Einen zweiten Blick sind auch die die mehr oder weniger bekannten Elektro-Fahrzeuge aus den letzten 100 Jahren sowie die historischen Motorräder wert. Doch das ist nur eine Seite von den Classic Days Schloss Dyck, die von einem gemeinnützigen Verein und mit mehreren hundert Helfern organisiert werden.