Vom Kaktus gestochen – Citroën C4 Cactus

19.12.2014 | Christian Sauer | Testrides

Citroen C4 Cactus Drivers Club Germany Fahrbericht
Für außergewöhnliche Autos mit avantgardistischem Design war Citroën schon immer bekannt, doch mit der Mischung aus Kleinwagen und SUV legen die Franzosen jetzt noch einen drauf.

Außer bei eingefleischten Kakteen-Freunden zählen die zumeist stachligen Pflanzen nicht gerade zu den Publikumslieblingen in der Flora und Fauna. Dabei sorgen sie für Abwechslung und in voller Blüte auch für Farbe in oft trostloser Einöde. Vielleicht ist man bei Citroën, im PSA-Konzern eher noch als Peugeot für besonders kreative Modelle zuständig, gerade deshalb auf diesen Namen gekommen. Der Cactus soll anders als andere Autos sein und das ist er definitiv. Das jüngste Mitglied der C4-Modellfamilie sieht auf den ersten Blick größer aus, als es mit 4,16 x 1,73 x 1,48 Meter tatsächlich ist. „Schuld“ daran haben neben der wuchtigen Front mit den getrennten Scheinwerfern, die kurzen Überhänge, die bis zu 17 Zoll großen Leichtmetallfelgen, die serienmäßige Dachreling im Design umgedrehter Schlittenkufen und natürlich die Airbumps.

 

Die in vier Farben erhältlichen, luftgefüllten Plastikelemente fehlen zwar am weniger spektakulärem Heck, sind aber an der Schürze sowie den Flanken vor allem bei Parkremplern praktisch, beugen sie doch teuren Reparaturkosten vor. Dank den Airbumps, den großen Rädern und der etwas höheren Bodenfreiheit wirkt der Cactus optisch fast wie ein SUV. Allerdings ist Allrad auch nicht gegen Aufpreis als Alternative zum Frontantrieb bestellbar. Dafür lässt Citroën seinen Kunden bei der Motorisierung die Wahl: Insgesamt stehen fünf Dreizylinder-Benziner und Vierzylinder-Diesel mit 75 bis 110 PS parat. Wir fuhren den BlueHDI 100 mit 99 PS und 5-Gang-Handschaltung. Der überarbeitete 1,6-Liter-Turbodiesel bringt es immerhin auf 254 Nm Drehmoment ab 1.750 Touren, was für eine Höchstgeschwindigkeit von 184 km/h reicht. Auch die Beschleunigung auf Tempo 100 fällt mit 10,7 Sekunden eher mittelmäßig wie die Durchzugskraft aus. Wer mehr möchte, muss zusammen mit uns auf eine stärkere Sportversion mit sechs manuellen oder automatisierten Gängen hoffen. Dafür punkten die aktuell angebotenen Motoren als echte Sparwunder, allesamt offiziell mit unter fünf Liter Durchschnittsverbrauch. Der Selbstzünder unseres Testwagens soll sich sogar mit nur 3,1 Litern auf 100 km begnügen, was sich in der Praxis als nicht ganz einfach entpuppt – dennoch ein Lob für die Effizienz.