US-Car Downsizing: Cadillac ATS Coupé

31.08.2015 | Christian Sauer | Testrides

Cadillac ATS Coupé Fahrbericht
Wir testeten den eher untypischen Ami und wurden von seinen „europäischen Tugenden“ positiv überrascht. Hier unser Fahrbericht.

Dachte man(n) früher an die ebenso kultige wie traditionsreiche GM-Luxusmarke Cadillac, kamen einem wohl zuerst riesige Straßenkreuzer und später dann der nicht minder große XXL-SUV Escalade in den Sinn. Doch Cadillac hat sein Erscheinungsbild und Portfolio in den letzten Jahren deutlich verändert. Den Escalade gibt es weiterhin – inzwischen sogar offiziell in Deutschland – aber das Angebot daneben und darunter ist vielfältiger geworden. Während die CTS-Baureihe in der oberen Mittelklasse punkten will, greift der ATS ein Segment tiefer die etablierten deutschen Premium-Modelle an. Dabei tut sich die Limousine seit 2012 zwar recht schwer, aber dem Coupé werden bessere Chancen auf Erfolg prophezeit, schließlich zeigen sich Käufer dieser Wagengruppe „Exoten“ aufgeschlossener.

 

Das Design des ATS Coupés, das Cadillac selbst mit „dezent aggressiv und selbstbewusst“ beschreibt, hebt sich auf jeden Fall von der Konkurrenz hierzulande ab. Stolz prangt das neue Marken-Wappen im markanten Kühlergrill und die aufrecht stehenden Scheinwerfer leuchten mit Bi-Xenon sowie LED-Tagfahrlicht. Die exklusiv dem Coupé vorbehaltenen 18-Zoll-Räder stehen ihm aus unserer Sicht ebenso gut wie die breite Spur und die kantigen Linien, die sich von den kurzen Überhängen vorn bis zum Heck konsequent durchziehen. Insgesamt wirkt der Cadillac mit 4,66 Meter Länge, 1,84 Meter Breite und seinen 1,39 Meter Höhe für ein US-Coupé recht dynamisch. Unter der Kofferraum-Klasse findet sich Platz für 295 Liter Gepäck und beide Rücksitze können umgeklappt werden. Ansonsten sitzen im Fond auch Erwachsene mit mittlerer Körpergröße kommod. Die großzügigen Vordersitze sind bequem und zum Glück nicht zu weich, könnten allerdings noch ein bisschen mehr (einstellbaren) Seitenhalt vertragen. Das Ambiente mit Leder, Alcantara, Holz- oder Alu-Zierblenden hinterlässt einen hochwertigen Eindruck – die Verarbeitungsqualität ist im Vergleich zu früheren Modellen aus Übersee sehr gut. Geblieben sind Besonderheiten bei der Bedienung: So gibt es zum Beispiel anstatt piepsender Parksensoren einen vibrierenden Fahrersitz und Sensortasten in der Mittelkonsole. Der Touchscreen des Infotainment-Systems fällt mit acht Zoll standesgemäß groß aus, die Navigation zeigt aber leider zumindest hierzulande Schwächen. Dafür können sich Technik-affine Fahrer(innen) über ein farbiges Head-Up-Display mit Anzeige der Geschwindigkeit und des Drehzahlbands freuen.