Ende einer Ära: Bugatti Veyron „La Finale“

02.03.2015 | Christian Sauer | News

Bugatti Veyron La Finale
Mit der Weltpremiere des letzten Exemplars in Genf erreicht ein beispielloses Kapitel Automobilgeschichte seinen Höhepunkt. Bugatti präsentiert den Veyron 16.4 Grand Sport Vitesse „La Finale“ mit der Chassisnummer 450 gemeinsam mit dem Veyron 16.4, der vor zehn Jahren mit der Nummer 001 das Molsheimer Atelier verließ.

Die Entwicklung des Bugatti Veyron gilt als eine der größten technischen Herausforderungen im Automobilbereich. Den Entwicklern wurden seinerzeit vier Ziele in das Lastenheft des Boliden diktiert: Der Wagen sollte über 1.000 PS auf die Straße bringen, schneller als 400 km/h fahren, in unter drei Sekunden von Null auf Hundert beschleunigen sowie – und das war die größte Herausforderung – in dieser Konfiguration ebenfalls in der Lage sein, mit Komfort und Stil vor die Oper zu fahren.  Neben seinen atemberaubenden Leistungsdaten ist es gerade diese Alltagstauglichkeit und die Eignung für komfortables, luxuriöses Reisen, die den Veyron so einzigartig macht und mit der sich das Fahrzeug von allen anderen Supersportwagen und Hypercars im Markt abhebt.  Diese Kombination hat sich als Erfolgsrezept erwiesen. Heute sind alle der geplanten 450 Fahrzeuge verkauft: 300 Coupés sowie 150 offene Supersportwagen.

Bei der Ausstattung der 450 Veyron-Sportwagen hat Bugatti alles getan, um die Wünsche der Kunden zu erfüllen. Besonders gefragt war zum Beispiel die Ausführung der Karosserie in klar lackiertem Sicht-Carbon. Bugatti bietet dafür aktuell acht Farbtöne an, soviel wie kein anderer Hersteller und in einer Qualität, wie sie niemand sonst erreicht. Bei den decklackierten Kohlefaser-Karosserien kommt die französische Luxusmarke mittlerweile auf über 100 unterschiedliche Farben. Dazu kommt eine Vielzahl luxuriösester und im Automobilbereich zuvor oft unüblicher Materialien, wie zum Beispiel Porzellan, Kristallglas, besondere Leder- und Holzarten, Gold oder Platin. Jeder von Kunden konfigurierte Bugatti ist ein Einzelstück. Inklusive Optionen lag der Durchschnittspreis der verkauften Fahrzeuge zuletzt bei 2,3 Millionen Euro. Selbstverständlich arbeitet Bugatti bereits an der Fortsetzung seiner jüngsten Erfolgsgeschichte. Das nächste Modell wird derzeit entwickelt. „Mit dem kommenden Bugatti wollen wir unseren Führungsanspruch, den wir mit dem Veyron etabliert haben, festigen und weiter ausbauen“, kündigt Bugatti-Präsident Wolfgang Dürheimer an. „Wir stehen vor der Herausforderung, das Beste noch besser machen zu wollen.“

Der letzte der 450 Supersportwagen ist der Veyron 16.4 Grand Sport Vitesse „La Finale“. Er schöpft seine gewaltige Kraft aus einem 1.200 PS starken 8-Liter-W16-Motor und bringt ein maximales Drehmoment von atemberaubenden 1.500 Nm auf die Straße. Von Null auf Hundert sprintet er in 2,6 Sekunden. Seine Höchstgeschwindigkeit liegt bei 410 km/h. „Bei der Gestaltung des „La Finale“ ließen sich die Designer vom ersten Veyron inspirieren, um den Kreis der Erfolgsgeschichte dieses Supersportwagens auch optisch zu schließen“, sagt Bugatti-Chefdesigner Achim Anscheidt. „Auch wenn schwarz und rot das Farbthema bei beiden Fahrzeugen ist, haben Nummer 1 und Nummer 450 dennoch ihren jeweils eigenen Charakter, den wir visuell herausgearbeitet haben. Schließlich ist jeder Veyron ein Einzelstück.“

 

Der Besitzer des Grand Sport Vitesse „La Finale“ hatte ebenfalls Einfluss auf das Design des Fahrzeugs. Die Gestaltung der Carbon-Karosserie des „La Finale“ ist angelehnt an den Veyron mit der Chassisnummer 1. Dieser wurde vor zehn Jahren in der für Bugatti charakteristischen Zweifarbigkeit gestaltet, die besonders bei den Bugatti-Modellen der 1920er und 1930er Jahre beliebt war. Diese signifikante Designsprache ist bis heute untrennbar mit dem Veyron verbunden. Beim „La Finale“ sind die vorderen Kotflügel, die Türen und die Bereiche zwischen Türen und seitlichen Lufteinlässen, die so genannten Medaillons, aus schwarzem Sicht-Carbon. Die anderen Teile der Außenhaut sind aus rotem Sicht-Carbon, das zum ersten Mal überhaupt an einem Fahrzeug zum Einsatz kommt. Bugatti bietet mit dieser neuen Farbe nun insgesamt acht verschiedene Farben für Sicht-Carbon an. Die französische Luxusmarke ist sowohl bei der Farbvielfalt führend in der Automobilindustrie als auch bei der Qualität des Sicht-Carbons und seiner Bearbeitung. Außergewöhnlich für einen Veyron ist die Tatsache, dass der Name des Grand Sport Vitesse auf der Außenhaut verewigt wurde: Gleich zweimal verweist der Schriftzug „La Finale“ auf die besondere Bedeutung des Supersportwagens, nicht zu übersehen unter dem rechten Frontscheinwerfer sowie, etwas verborgener, auf der Unterseite des Heckflügels – beide Male in leuchtendem „Italian Red“, einlackiert in das schwarze Sicht-Carbon.

Zum ersten Mal an einem Veyron wurden die Lufthutzen sowie die Ladeluftkühlerabdeckung schwarz lackiert. Darauf prangen – ebenfalls in „Italian Red“ – das EB-Logo und das Relief „16.4“.  Auch das Felgendesign folgt dem Farbthema rot/schwarz. Erwähnenswert sind hier die Radnabenabdeckungen, die aus einem Aluminiumblock herausgefräst wurden – ein weiteres Beispiel für den enormen Aufwand, den Bugatti bei der Herstellung seiner Fahrzeuge betreibt. Doch damit nicht genug: Auf jeder Radnabenabdeckung wurde beim Ausfräsen das Relief des berühmten Bugatti-Elefanten herausgearbeitet und schwarz lackiert. Rembrandt Bugatti, berühmter Bildhauer und Bruder des Unternehmensgründers Ettore, hatte diese Figur einst geschaffen, die später als Kühlerfigur auf dem Typ 41 Royale thronte und dann zum Symbol der Marke wurde. Der Elefant findet sich auch auf dem roten Tank- und Öldeckel wieder: als Einleger aus gefrästem Aluminium, schwarz eloxiert.

Ebenso wie das Exterieur zitiert der Fahrzeuginnenraum des „La Finale“ den ersten Veyron. Dieser war vollständig mit Leder in der Farbe „Silk“, einem hellen Beige, ausgekleidet. Das Leder verleiht auch „La Finale“ im Interieur bei den Sitzmittelbahnen, im Fußraum, am Dachhimmel, den Windläufen sowie an der Rückwand eine edle Note. Anders als bei der Nummer 1 haben die Designer und der Käufer für die Nummer 450 aber entschieden, einen Farbkontrast zu setzen. Dafür wurde ein kräftiger Rot-Ton mit dem Namen „Hot Spur“ gewählt. Das Rot leuchtet von den Armauflagen, vom Armaturenbrett, von der Schalttafel sowie von den Sitzaußenwangen und vom Lenkradkranz, wobei letztere zusätzlich mit Nähten in „Silk“-Beige verziert wurden.  Auch im Innenraum kommt rotes Sicht-Carbon zum Einsatz: am Mitteltunnel, bei den Einlegern an der Mittelkonsole, den Türverkleidungen sowie den Sitzschalen. Die Kopfstützen ziert der Schriftzug „La Finale“, eingestickt in der Farbe „Silk“. Dieser ist noch einmal in „Italian Red“ auf den Türeinstiegsleisten aus schwarzem Sicht-Carbon zu finden. Das Schmuckstück im Innenraum ist zweifellos der Bugatti-Elefant auf dem Deckel des Ablagefachs aus rotem Sicht-Carbon an der Rückwand zwischen den Sitzen. Er wurde mit großem handwerklichen Geschick in Bronze gegossen, schwarz patiniert und als Einleger in den Deckel eingearbeitet. Unter dem Bronzeguss wurde der Schriftzug „450/450“ in Schwarz auflackiert.