Luxus-Yachten auf der boot Düsseldorf 2016

24.01.2016 | Christian Sauer | Testrides

DEY24 Drettmann Explorer boot Düsseldorf 2016

Zwar „nur“ 12 Knoten schnell ist die 24 Meter lange DEY24, aber dafür besitzt sie dank 18.000 Litern Treibstoff eine Reichweite von rund 5.000 Meilen (> 9.000 Kilometer) und bunkert 2.000 Liter Frischwasser. Dem Bremer Familienunternehmen Drettmann Yachts gelingt nach schwierigen wirtschaftlichen Jahren und der Einstellung des Vertriebs der Bandido-Yachten nun ein aufsehenerregendes Comeback. Die in den Niederlanden gebaute 175-Tonnen-Yacht mit 2,20 m Tiefgang soll der Auftakt zu einer ganzen Serie von robusten Explorern mit bis zu 40 Metern Länge für weltweite Törns sein, mit der Claudia und Albert Drettmann wieder durchstarten wollen. Das voluminöse Luxus-Interieur mit drei Kabinen wurde von der Chefin höchstpersönlich stilsicher mit zeitlosen Farben und Materialien aufeinander abgestimmt.

 

Neben dem „Beachclub“ im Heck samt ausklappbarer Badeplattform, Lounge und Sauna stellt bei der DEY24 für mindestens 7,5 Millionen Euro vor allem der dieselelektrische Azipod-Antrieb ein Unikum in dieser Größenordnung dar. Anders als bei den meisten Yachten, wo die Motoren noch direkt über Wellen die Schiffsschrauben antreiben, versorgen hier drei Generatoren zwei um 360 Grad drehbare Antriebsgondeln unter dem Stahl-Rumpf mit elektrischer Energie. „Der neue Antrieb basiert auf bewährter Technik, kommt aber zum ersten Mal weltweit auf einer Yacht dieser Größenordnung zum Einsatz. Das bedeutet deutlich erhöhtes Fahrvergnügen, einfaches Steuern, weniger Wartung und eine wesentlich bessere Energieausbeute.”, erklärt Claudia Drettmann sichtlich stolz. Das trifft den Nerv der Zeit und könnte auch für andere Hersteller in Zukunft ein immer wichtigerer Erfolgsfaktor werden. 

Ähnlich nachhaltig präsentiert sich der Pocket Explorer von Arcadia Yachts. Seit inzwischen acht Jahren sorgt die italienische Werft mit modernen Entwürfen inklusive riesigen Glasflächen und innovativen Umweltschutz-Technologien für Furore in der Yachting-Szene. Zusätzlich zum stetig wachsenden Portfolio wird in Düsseldorf erstmals die neue „Sherpa“-Baureihe vorgestellt, die so recht in kein existierendes Schema passen will. Bei lediglich 16,81 m Länge entsteht durch die dafür außergewöhnliche Breite von 5,58 m ein enormes Volumen, wie sie eigentlich nur deutlich längere Yachten bieten. Dadurch fungiert „Sherpa“ mit zahlreichen Layout-Optionen wahlweise als vollwertiger Cruiser mit bis zu drei Kabinen im modernen Italo-Stil, als Dayboat mit riesigen Freiflächen oder als Yacht Support Vessel mit Stauraum für Tender und Toys unter oder an Deck. Zudem ist für alle drei Versionen eine Crewkabine bestellbar.

Optional lassen sich die Panorama-Glasscheiben der Flybridge elektrisch versenken oder hochfahren, um zusammen mit dem Hardtop ein klimatisiertes Oberdeck zu bilden. Der Brücke ist State-of-the-Art mit Joystick zum Manövrieren und Carbon-Steuerrad ausgerüstet. Die beiden 435 PS starken Motoren beschleunigen den Kunststoffrumpf mit 90 cm Tiefgang auf maximal 25 Knoten. Die Kombination von sparsamem Antrieb sowie effizientem Rumpf ermöglicht eine Reichweite von knapp 500 Meilen. Unterstützt wird das nachhaltige Konzept von Solarzellen. Deren Energiemenge reicht aus, um damit nahezu die gesamte Bordelektronik samt zu betreiben. Zu den „grünen“ Features gehört außerdem eine umweltfreundliche Abwasseraufbereitung. In Zeiten gewandelter Wertevorstellungen scheint „Sherpa“ den höchsten Ansprüchen gerecht zu werden, was auch den Preis von mindestens 1,6 Millionen Euro rechtfertigt.