BMW M2 Competition

18.04.2018 | Christian Sauer | News

BMW spitzt die Sportvariante seines kleinsten Coupés deutlich an – und das nicht nur optisch. Die Konsequenz beim M2 Competition hat aber auch ihren Preis.

Wer mit verbundenen Augen in BMWs neueste Kreation steigt, der dürfte nach Abnehmen der Binde erst mal denken: Schöner, braver, ganz normaler Zweier. Beim Blick schräg rechts hinters Lenkrad wird indes schnell klar, dass das kleine Coupé es ernst meint: roter Startknopf statt schnödem schwarz. Drücken – und in eine andere Welt eintauchen.

Grüß Gott im M2 Competition, das ist der neue Name für die leistungsstärkste Variante des Zweier. Den dezenten Wettbewerbs-Zusatz der Sportwagen-Sparte hat sich der Münchener absolut verdient. Denn anders als im Vorgänger arbeitet jetzt das Biturbo-Reihensechszylinder-Aggregat aus dem M3 und M4 unter der Carbonspange im prall gefüllten Motorraum. „410 PS und maximale 550 Newtonmeter Drehmoment zwischen 2.350 und 5.200 Umdrehungen pro Minute garantieren mächtigen Anschub”, sagt der M-Chef-Produktmanager Carsten Pries. Bis zu 280 km/h Endgeschwindigkeit sind per „M Driver’s Package“ drin. Dann regelt die Elektronik fürsorglich ab, wie auch in der „Normal”-Variante des neuen M2 (dort bei 250 km/h). Geschaltet wird mit manuellem Sechsganggetriebe oder optional Siebengang-Doppelkupplung und Lenkradpaddle. Damit soll die 100-km/h-Marke aus dem Stand in 4,2 Sekunden zu erreichen sein, mit Schalter zwei Zehntel später. Für ein besseres Öko-Gewissen sorgen dabei der serienmäßige Partikelfilter und theoretisch mögliche Verbräuche unter der Zehn-Liter-Marke. Realistische Angaben folgen nach den Fahrtests – garantiert zweistellige.

Im Inneren ist außer besagtem Starterknopf, Carbon-Einlagen im Armaturenbrett, Sportschalen mit beleuchtetem M-Zeichen und den optional blauen oder orangeroten Nähten im Leder alles so wie in den zivilen Versionen. Ach ja, die Fahrprogramme lassen sich noch auf Knopfdruck bedienen statt mit einem Drehregler – und der ambitionierte Sportsmann kann sich “seine maßgeschneiderten Einstellungen von Motor- und Lenkungs-Kennlinien sowie Einstellungsoptionen beim DKG auf zwei Knöpfe im Lenkrad ablegen”, so Pries. Bei Nutzbarkeit des Innen- oder Kofferraums gibt es aber keine Abstriche gegenüber dem normalen Zweier.

Natürlich wird sich aber niemand diesem Auto mit verbundenen Augen nähern. Bei der exklusiven Preview im Münchener Norden fällt denn auch schon von vorn ins Auge, dass BMW den mattsilbernen M2 Competition kräftig angespitzt hat: Deutlich vergrößerte Lufteinlässe in der nachtschwarzen Niere und unter der Stoßstange geben einen Hinweis auf den hohen Kühlungsbedarf des Motors.

Die serienmäßigen 19-Zöller passen so gerade in die Radausschnitte – und dahinter lauern die Compound-Bremsen mit M-Symbol, um die Dynamik des geschärften Sportfahrwerks einzufangen. Noch krasser zupackende Carbon-Keramik-Bremsen bleiben den größeren Brüdern M3 und M4 vorbehalten; vorerst. Wetten, dass aber auch da noch nicht das letzte Wort gesprochen ist – genau wie bei einem möglichen Dach oder der Motorhaube aus dem Leichtbau-Kunststoff?

Was der M2 Competition aber mitbringt, sind die ausdrucksstarken M-Außenspiegel und vier schwarze Endrohre hinter der zweiflutigen Auspuffanlage – optische Herzenswünsche der mitteilungsbedürftigen Kunden. So wird dem Zweier-Fan sicher nicht entgehen, dass hier ein Käufer des kleinsten Coupés mal eben deutlich mehr als 60.000 Euro auf den Tisch des Händlers gelegt hat. Genaue Preise könnten auf der Auto China in Peking folgen, dann feiert der M2 Competition offiziell Premiere.