Best of 2015: Bentley Mulsanne Speed

28.12.2015 | Christian Sauer | Testrides

Bentley Mulsanne Speed Fahrbericht
Drivers Club Germany Chefredakteur Christian Sauer testete eine der exklusivsten, schnellsten und stärksten Limousinen der Welt. Hier sein Fahrbericht.

Getreu dem Motto „höher, schneller, weiter“ gehört seit jeher das Streben nach Superlativen zu einer typisch menschlichen Charaktereigenschaft. Auf die Straße übertragen, sind es zumeist Supersportwagen, die Rekorde einfahren. Doch lassen wir Bugatti Veyron & Co. außen vor und konzentrieren uns auf die in Serie gebauten Limousinen. Geht es um Pferdestärken, führen derzeit zwei Zwölfzylinder die Liste an: der Mercedes-AMG S 65 mit 630 PS und der Bentley Flying Spur mit 625 PS. In Sachen maximales Drehmoment kommt jedoch niemand am neuen Bentley Mulsanne Speed mit seinen 1.100 Newtonmetern vorbei. Das sind nochmal 80 Newtonmeter mehr als im „normalen“ Mulsanne, der auch weiterhin gebaut wird. Da die volle Kraft im Speed bereits ab 1.750 Umdrehungen anliegt, sind keine hohen Drehzahlen notwendig, um den 2,7 Tonnen schweren Giganten in Bewegung zu versetzen. Es liegt natürlich in der Natur der 537 PS starken Luxuslimousine, dass sie akustisch eher dezent auftritt und sanft beschleunigt.

 

Doch im neuen „S“-Modus verkürzt die modifizierte 8-Stufen-Automatik bei vollem Leistungsabruf die Verschnaufpause der beiden Turbolader. Wenn dann noch die acht Zylinder mit 6,75 Liter Hubraum richtig gefordert werden, müssen die Hinterräder unseres Testwagens im 21-Zoll-Format mit breiten Hochleistungsreifen durch die Traktionskontrolle in Zaum gehalten werden. So gebändigt, katapultiert uns Bentleys neues Flaggschiff mit aller Macht in lediglich 4,9 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h und bei Bedarf bis zum Topspeed von 305 km/h. Ganz so schnell waren wir nicht unterwegs, aber auch bei Geschwindigkeiten um 200 bleibt der überarbeitete V8-Biturbo im Hintergrund kraftvoll vernehmbar, ansonsten herrscht vornehme Ruhe. Zurückhaltend(er) zeigt sich ebenfalls der offizielle Durchschnittsverbrauch: Der fällt mit 14,6 Litern zwar nicht gerade gering aus, allerdings sind es 13 Prozent weniger als beim 513-PS-Mulsanne.