Luxus-Cabrio: Bentley Continental GT V8 S Convertible

31.08.2014 | Christian Sauer | Testrides

Bentley Continental GT V8 S Convertible
Ob das eine gute Idee war, in diesem „Sommer“ ein Cabrio mit Stoffdach und 528 PS zu testen? Drivers Club Germany Chefredakteur Christian Sauer machte mit dem sportlichen Achtzylinder aber nichts falsch.

Nachdem wir bereits mehrere Bentley Modelle wie die Limousinen Mulsanne und Continental New Flying Spur sowie das Coupé Continental GT Speed getestet haben, wurde es nun auch einmal Zeit, die Hüllen fallen zu lassen. Das verkürzt nur „GTC“ (Gran Turismo Convertible) genannte Cabrio gibt es an sich schon seit 2006 mit dem bekannten 6-Liter-Zwölfzylinder, inzwischen mit einem Leistungsspektrum von 575 PS bis 635 PS sowie als 4-Liter-Achtzylinder mit 507 PS. Jüngstes Familien-Mitglied ist der V8 S mit gleichem Hubraum, aber 528 PS. Der Biturbo kommt in ähnlicher Form ebenfalls im Audi RS6/RS7 und im S8 zum Einsatz. Das moderne Triebwerk stellt bereits ab 1.700 Touren sein maximales Drehmoment von 680 Nm zur Verfügung und soll beispielsweise durch die Abschaltung von vier Zylindern bei gemäßigter Fahrt die Umweltbilanz von Bentley verbessern. Der offizielle Durchschnittsverbrauch fällt zwar über 25 % geringer als bei den Zwölfzylindern aus, liegt allerdings immer noch bei 10,9 Litern. Trotz seines 90-Liter-Tanks schafften wir nicht die versprochenen 805 km, sondern mussten schon vorher nachfüllen.

 

Ein echtes Spar-Mobil ist das rund 2,5 Tonnen schwere, 4,80 Meter lange und mindestens 170.500 Euro teure Cabrio mit dem schwarzen Aerodynamik-Paket also nicht. Das soll es auch gar nicht sein, denn bis Mercedes-Benz das S-Klasse Coupé und Rolls-Royce den Wraith ebenfalls als Cabrio bringen, ist der Bentley GTC im Luxus-Segment nahezu konkurrenzlos. Vier echte Sitzplätze – im Gegensatz zu Notsitzen als Alibi – bietet derzeit ansonsten nur das BMW 6er Cabrio, als M6 mit 560 PS. In der zweiten Reihe des Bentley finden sogar Erwachsene ausreichend Platz, ohne dass die Vordersitze nach vorn gefahren werden müssen. Die lassen sich bis auf die Kopfstützen vielfach elektrisch verstellen und sind sehr bequem. Allerdings könnten sie etwas mehr Seitenhalt bieten. Dafür gibt es zumindest gegen Aufpreis eine Massagefunktion und kühlende Belüftung. Bei gar nicht sommerlichen Temperaturen von unter 20 Grad genossen wir aber lieber die wohlige Wärme, die zusätzlich zu den Sitzen auch das beheizbare Lenkrad und die Nackenheizung verbreiteten.