Best of 2015: AvD Oldtimer Grand Prix

30.12.2015 | Christian Sauer | Lifestyle, News, Testrides

AvD OGP 2015 Jaguar F-Type Project 7

Vielfältig präsentierte sich auch bereits im zweiten Jahr in Folge das kulinarische Angebot, das Sterne-Koch Johann Lafer und sein Küchen-Team beim sogenannten Race-Bistro von Jaguar zauberte. Erneut hatte sich der britische Hersteller auf Expansionskurs die Poleposition bei der Location gesichert. Direkt in der Coca-Cola-Kurve waren die vorbeirasenden Rennwagen und zudem auf rund 3.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche eine ganze Flotte von nagelneuen sowie historischen Jaguar- und Land-Rover-Modellen zu erleben. Gefeiert wurden gleich mehrere Jubiläen: 40 Jahre XJ-S, 45 Jahre Range Rover und 80 Jahre Jaguar als Markenname.

 

Außerdem zeigte das Team von Special Vehicles Operations (SVO) erstmals der Öffentlichkeit ihren E-Type Lightweight No. 1, den ersten „Nachbau“ der sechs unvollendeten Rennwagen aus dem Jahr 1963, die inzwischen alle für jeweils über eine Million Euro verkauft wurden.

 

Mit 155.000 Euro samt Vollausstattung und zwei passend designten Helmen wirkt da der F-Type Project 7 geradezu als Schnäppchen. Und das dachten sich wohl auch die Käufer des weltweit auf 250 Exemplare limitierten Roadster-Sondermodells, schließlich ist die gesamte Produktion noch deren Start ausverkauft. Wir können auch den 22 deutschen Kunden nur gratulieren, schließlich mussten sie sich recht lange gedulden – das Modell wurde bereits letztes Jahr beim OGP präsentiert – und sie hatten wohl einen guten Riecher, was die Potential für eine lukrative Wertsteigerung angeht.

Dass der mit 575 PS bislang stärkste und mit 7:35 Minuten auf der Nordschleife des Nürburgrings auch schnellste F-Type viel zu schade für die Garage ist, bewies er uns auf einer Ausfahrt rund um die legendäre Strecke in der Eifel.

Auf den öffentlichen Straßen mit teils viel Verkehr konnten wir sein fahrdynamisches Potential zwar längst nicht ausreizen, doch jeder Meter – jede Kurve war im Prototyp mit Rechtslenkung und Mehrpunktgurten ein besonderes Erlebnis. Der leistungsgesteigerte 5,0-Liter-V8 begeisterte nicht nur uns mit seinem genialen Sound samt ungeniertem Backfire, sondern auch die zahlreichen Fans, die den Project 7 entlang des Weges auf Fotos und Videos festhielten.

 

Wenn auch nicht in Renntempo wie beim erstmals auf deutschem Boden stattfindenden Lauf der Jaguar Heritage Challenge, wurden die zahlreichen Renn- sowie Straßenwagen von Opel und Škoda bei ihren Demoläufen bejubelt. Ob „Schwarze Witwe“, Kadett C GT/E und Manta A aus Rüsselsheim oder 450 Cabriolet „Felicia“, 110, 130 und 200 RS aus Tschechien – vielen Augenzeugen wurde erstmal wieder bewusst, welche lange und ruhmreiche Tradition die beiden Autobauer besitzen. Zurück von der Strecke, wurde im Fahrerlager noch lange über technische Details oder die „guten alten Zeiten“ gefachsimpelt.

Leider nur im Stand in der Mercedes-Arena zu bewundern, waren die schier unzähligen Sportwagen der Markenclubs von Alfa Romeo, Maserati und Ferrari, die zusammen wieder ein wunderschön ansehnliches Ensemble bildeten. Doch die „Konkurrenz“ wartete nicht weit entfernt: Neben privaten Fahrern mit ihren nach Baureihen geparkten Wagen, stellte Porsche erneut auf einem riesigen Areal moderne sowie alte Fahrzeuge aus dem werkseigenen Museum in Zuffenhausen aus. Der Fokus lag diesmal auf „30 Jahre 959“ und der Supersportwagen aus den 1980er Jahren wurde von seinen Nachfolgern Carrera GT und 918 Spyder flankiert. Abgerundet wurde der Auftritt mit einem 919 Hybrid, der kürzlich den 17. Porsche-Gesamtsieg beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans gewonnen hatte. Ihn schaute sich auch Fahrer-Legende Jacky Ickx ganz in Ruhe an, bevor er umringt von Fans ein Interview und unzählige Autogramme gab.

Die drei Tage AvD Oldtimer Grand Prix waren wie die Jahre zuvor wieder gefüllt mit Highlights und die Fahrt zum Rind lohnte sich mit oder ohne eigenen Klassiker. Wer erst hier auf den Geschmack gekommen war oder seine eigene Sammlung vergrößern wollte, konnte übrigens direkt vor Ort bei der alljährlichen Auktion von Coys oder von privat einen Oldtimer erstehen. Das Spektrum reichte vom Lamborghini-Traktor bis zu einem der letztgebauten Ferrari F40, der mit nur 7.881 km Laufleistung und nahezu perfektem Zustand für 1,12 Mio. Euro versteigt wurde. Vielleicht sieht man(n) ihn ja nächstes Jahr beim OGP wieder – nicht nur wir würden uns sehr freuen!