„Athena“ – Luxus unter Segeln

18.08.2015 | Christian Sauer | Lifestyle

Athena Yacht Drivers Club Germany
Der bislang rein privat genutzte Dreimaster-Schoner wird erstmals zum Charter angeboten. Christian Sauer ging an Bord der zweitgrößten Segelyacht der Welt.

Mit der Kraft des Windes die Weltmeere entdecken und dabei nicht auf moderne Annehmlichkeiten des digitalen Zeitalters verzichten, diese Vision erfüllte sich Netscape-Mitgründer James „Jim“ Clark bereits 1998 mit der „Hyperion“. Für ihre Formen zeichneten sich die Designer German Frers und Pieter Beeldsnijder verantwortlich. Mit 47 Meter Länge und dem 59 Meter hohen Masten war sie damals die größte Sloop (Einmaster), die bis dato gebaut wurde. Ihr klassisches Interieur beeindruckte ebenso wie die zahlreichen vernetzen Computer an Bord. Doch noch bevor „Hyperion“ auf große Fahrt ging, entstand bei ihrem Eigner der Wunsch nach einer noch größeren Yacht.

Erneut wurde Royal Huisman mit ins Boot genommen und Clark wollte die Tradition historischer Segelyachten wie der „Sea Cloud“ wieder aufleben lassen. Die Designer Pieter Beeldsnijder und Gerald Dykstra sollten zudem das Platzangebot einer modernen Motoryacht schaffen. Deshalb wuchs der Aluminium-Rumpf auf eine stattliche Breite von 12,20 Meter und imposante 90 Meter Länge über alles. Die Differenz zur 60-Meter-Wasserlinie unterstreicht die klassischen Proportionen mit langem Heck und Bugspitz samt Galionsfigur. Zusammen mit dem Tiefgang von 5,77 Meter sorgen die 221,50 Tonnen Ballast für das Gegengewicht zur 2,623 Quadratmeter Segelfläche. Die drei Masten ragen bis zu 59 Meter in den Himmel und der Blick aus dem Krähennest ist atemberaubend.

Nicht minder spektakulär sind die 19 Knoten Rumpfgeschwindigkeit sowie der Anblick des inzwischen zehn Jahre alten Schoners unter Segeln. Kapitän Maxwell Cumming aus Neuseeland zeigt sich entsprechend stolz: „Sie ist schneller, als es die Größe vermuten lässt“. Er und seine 20-köpfige Crew legten schon viele tausend Meilen ohne Motor zurück. Bei Flaute springen zwei Caterpillar-Motoren mit zusammen 4.000 PS ein und sorgen für eine Reisegeschwindigkeit von 14 Knoten. Dank eines aufwendigen Refits, bei dem vor kurzem Abgasfilter installiert und andere Komponenten auf den neuesten Stand der Technik gebracht wurden, erstrahlt „Athena“ wie bei ihrem Stapellauf 2004. Die Verarbeitung liegt ausnahmslos auf höchstem Niveau, Details wie das klassische Steuerrad im offenen Cockpit vor der eigentlichen Brücke faszinieren. Sicherheit bei Schieflage vermitteln ebenso solide wie stillvolle Handläufe. Daneben gibt es zahlreiche Möglichkeiten zu entdecken, wo an Deck Wind und Sonne oder Schatten genossen werden kann.