The power of luxury in action – Aston Martin Rapide S

01.04.2013 | Anja Sauer | Testrides

Aston Martin Rapide S Drivers Club Germany 3

Leider müssen wir uns an die strengen Geschwindigkeitslimits in Spanien halten. Das ist ganz und gar nicht einfach, denn mein Fuß möchte das Gaspedal gerne einmal „durchtreten“ und das enorme Drehmoment von 620 Nm, welches bei 5.500 Umdrehungen anliegt, so richtig auskosten. Bei forciertem Tritt aufs Gas wird der Rapide S zum Geschoss und befördert mich in 4,9 s von null auf 100 km/h. Dieser Wert kann sich durchaus sehen lassen. Die vielen Radarfallen halten mich leider davon ab, die 306 km/h Topspeed zu erreichen, denn in Spanien werden diese Fotos oft sehr teuer und können weitreichende Folgen mit sich bringen. Meinen Führerschein setze ich lieber nicht aufs Spiel, schließlich genieße ich keine diplomatische Immunität.

Nach weiteren Autobahn-Abschnitten geht es zurück auf die Bergstrecke. Ich brauche jetzt eine kleine Pause. Bei einem landestypischen Café Cortado lasse ich es mir gut gehen und genieße das Ambiente eines spanischen Dorfes. In der Zwischenzeit macht mein Luxussportler einen Boxenstopp und wird betankt – stilecht von einem Tankwart im Aston-Martin-Gulf-Rennanzug. Mit geschärften Sinnen geht es nun weiter auf die nächste kurvige Teilstrecke mit dem zwei Meter breiten Rapide S. Das fordert von mir als Fahrer volle Konzentration.

Immer höher fahre ich hinauf in die nordspanische Berglandschaft, wo sich der Aston sichtlich wohlfühlt. Das stetige Spiel zwischen Gas und Bremse im Sportmodus macht die ausgefeilte Technik der Sechs-Gang-Automatik mit Bedienung per Knopfdruck in der Mittelkonsole deutlich.

 

Zur Mittagszeit erreiche ich eine scharfe Abbiegung. Oh je, dort wartet schon die Polizei auf mich. Ich bekomme Herzklopfen – war ich etwa zu schnell – wäre mit dem Wagen ja kein Wunder. Sofort folgt die Entwarnung, denn der freundliche Polizist führt den Aston und mich auf eine steile und schmale Bergstrecke, die eigens für mich abgesperrt wurde. Am Gipfel angekommen, gibt es im Restaurant Anna einen reichhaltigen Lunch. Anna, die Seele des Restaurants, war 1964 bei den olympischen Winterspielen in Innsbruck als Skirennläuferin für Spanien am Start. Heute führt sie das gemütliche Bergrestaurant und ich fühle mich bei spanischen Tapas ganz wie zu Hause bei Mama.

So, nun wird es Zeit, die letzte Etappe anzutreten. Gestärkt geht es durch die engen Kurven und mir bleibt kaum Zeit, den gigantischen Ausblick zu genießen. Die sanfte Gasannahme ermöglicht im Zusammenspiel mit der präzisen Lenkung eine entspannte Fahrweise.

Zurück im Hotel erkundigt sich Dr. Bez persönlich, ob mir das Auto gefällt und wie der Tag war. Ich kann meine vielen Eindrücke kaum in Worte fassen und beantworte die Frage mit einem breiten Grinsen. Der Chef der Marke bringt es selbst am besten auf den Punkt: „Der Rapide S ist für mich ohne Zweifel, der schönste viertürige Sportwagen, den es derzeit zu kaufen gibt.“

Rund 190.000 Euro muss man(n) für den Rapide S berappen, womit er im Vergleich mit anderen V12-Boliden fast zum „Schnäppchen“ wird. Mir gefällt der Brite ausgesprochen gut und vielleicht sehe ich ihn ja wieder – zum Beispiel auf der großen 100-Jahr-Feier von Aston Martin im Juli.