Angetestet: Der französische Brüllkäfer Renault Clio R.S.

30.09.2013 | Dominik Bischoff | Testrides

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In der Eifel, unweit der legendären Nordschleife, präsentierte Renault stolz seinen neuesten Elektroflitzer ZOE, den Mini SUV Captur und ganz nebenbei den Clio R.S. Eigentlich klar, dass wir von Drivers Club Germany uns lieber den kleinen Sirius-Gelben Flitzer schnappen und ihn durch die Vulkaneifel treiben!

Der Clio R.S. hat wieder einen Turbo und wirkt damit wie eine Reminiszenz an seinen Urvater: den Renault 5 Turbo. Anders als die letzten Sportversionen des Clio, die auf die Power hochdrehender Saugmotoren setzten, ist der neueste R.S. wieder turboaufgeladen. Und das bekommt dem kleinen Franzosen äußerst gut – trotz Downsizing. 1,6 statt 2 Liter Hubraum werkeln im Clio R.S. 2013 unter der Motorhaube. Auf dem Papier fehlt ihm zum Vorgänger so zwar genau 1 PS – 200 statt bisher 201 – durch die 25 Newtonmeter mehr an Drehmoment gleicht er diesen „Verlust“ aber mehr als aus. Und er klingt gut, der kleine Brüllkäfer. Auf unseren Runden durch die Vulkaneifel müssen wir uns mit dem Clio nicht verstecken, obwohl uns dabei  hochkarätige Limousinen, Supersportler und Erlkönige en masse begegnen. Schließlich haben alle namhaften Hersteller ein Testzentrum an der Nordschleife.

Die eng geschnittenen Sportsitze sehen nicht nur gut aus, sie bieten auch vernünftigen Seitenhalt. Nicht ganz unwichtig, denn mit dem Clio kommt man durchaus flott um die Kurven. Mit dem vergleichsweise harten Fahrwerk, zumindest im Vergleich zu anderen Modellen von Renault und der direkten Lenkung macht das Räubern um die Kurven also richtig Spaß. Auch, weil der Turbo-Motor immer genug Dampf liefert. Das maximale Drehmoment von 240 Nm liegt schon bei 1.750 Umdrehungen an. Einzig das elektronische Sperrdifferenzial hat unter Volllast leichte Probleme, die Kraft zu 100 Prozent auf die Straße zu bringen. Das äußerst sich in leichten Traktionsproblemen, spielt aber abseits der Rennstrecke wohl kaum eine Rolle. Keine Schwierigkeiten mit der Power hat hingegen das Sechs-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (EDC) – bei VW bekannt als DSG. Im Normalmodus agiert das noch relativ verhalten, im Race-Modus sind die Schaltzeiten aber mit unter 150 Millisekunden blitzschnell. Aber Achtung: mit einem Druck auf die Race-Taste wird auch die Lenkung renntypischer, das Ansprechverhalten des Gaspedals wird angepasst und vor allem das ESP wird deaktiviert. Für den Clio-Lenker ist das allerdings kein Problem – der frontangetriebene Franzose ist gutmütig genug, kleinere Fahrfehler zu verzeihen.

Zusammen mit der Launch Control – übrigens eine Premiere im Clio – produziert die Race-Abstimmung ordentliche Fahrleistungen: in 6,7 Sekunden von null auf Tempo 100. Schluss ist erst bei 225. Für einen Kleinwagen nicht schlecht. Und im Übrigen zwei Zehntel schneller als der Vorgänger und noch viel wichtiger, zwei Zehntel schneller als die direkte Konkurrenz VW Polo GTI. Der kostet zwar einen Tausender weniger, für 23.950 bietet der Clio aber immerhin die umfangreichere Serienausstattung.