All American Hero: Corvette Z06, Z07 und C7.R

14.01.2014 | Christian Sauer | News

Corvette Z06 Drivers Club Germany 2

„In Langstreckenrennen war die Corvette fast 15 Jahre lang der Maßstab“, sagt Jim Campbell, Vice President Performance Vehicles and Motorsports. „Ein großer Teil des Teamerfolgs kann sicherlich der symbiotischen Beziehung zwischen Corvette Racing und den Serienfahrzeugen zugeschrieben werden. Dank des innovativen Konzepts der neuen Stingray werden Z06 und C7.R auf der Straße wie auf der Rennstrecke jetzt noch wettbewerbsfähiger sein.“

Corvette Racing wird in der Motorsportsaison 2014 zwei C7.R einsetzen, erstmals in diesem Monat beim 52. Rolex 24-Stunden-Rennen von Daytona (25.-26. Januar). Die Veranstaltung markiert zugleich den Auftakt der neuen Rennserie „TUDOR United SportsCar Championship“, die aus dem Zusammenschluss der „American Le Mans Series“ und der „GRAND-AM Rolex Sports Car Series“ hervorgegangen ist. Die Fahrzeuge werden an insgesamt elf Rennen in Nordamerika in der Kategorie „GT-Le Mans“ starten. Geplant ist außerdem der Einsatz in der GTE Pro-Klasse beim diesjährigen 24-Stunden-Rennen von Le Mans (Juni 2014), bei dem das Team in der Vergangenheit bereits sieben Klassensiege erringen konnte.

Seit dem Wettbewerbsdebüt im Jahr 1999 mit der damaligen Rennversion C5-R kann Corvette Racing eine beeindruckende Erfolgsbilanz vorweisen. Die C5-R und das Nachfolgemodell C6.R fuhren weltweit 90 Siege sowie zehn Herstellermeisterschaften in der American Le Mans Series ein. Im Jahr 2013 erreichte das Team fünf Rennsiege und gewann zum zweiten Mal in Folge die Hersteller-, Team- und Fahrerwertung in der GT-Klasse.

Ein Schlüssel zu dieser imponierenden Bilanz ist der Technologietransfer zwischen Serien- und Rennfahrzeugen. „Corvette Racing ist für den Technologietransfer zwischen Rennstrecke und Straße Gold wert“, sagt Corvette-Chefingenieur Tadge Juechter. „Mit allem, was wir aus dem Wettbewerb lernen, versuchen wir das Serienfahrzeug besser zu machen – wovon dann wiederum die Rennversion profitiert. Das Ergebnis ist die neue Z06, die wohl rennstreckentauglichste Serien-Corvette aller Zeiten. Gleichzeitig geht die neue C7.R wettbewerbsfähiger denn je auf die Strecke.“

Zahlreiche C7.R-Merkmale in Fahrzeugarchitektur und Aerodynamik basieren auf den entsprechenden Komponenten und Technologien der Z06. Corvette Racing konnte ein Rennfahrwerk entwickeln, das rund 40 Prozent steifer ist als das der Vorgängerversion C6.R. „Schon in der ersten Runde bemerkt man die höhere Chassissteifigkeit der C7.R“, sagt Chevrolet-Rennleiter Mark Kent. „Die Testfahrer haben sofort registriert, dass sich das Handling auf wechselnden Fahrbahnoberflächen und harten Belägen noch einmal verbessert hat. Das ist deshalb so wichtig, weil sie eben nicht auf glattem Straßenpflaster unterwegs sind, sondern in den Kurvenscheitelpunkten permanent die Curbs überfahren.“

 

 Durch den Einsatz der Benzin-Direkteinspritzung im Serienmodell Corvette Z06 kehrte diese Technologie nach dem Ende der GT-Ära im Jahr 2009 in die Rennversion zurück. Sie bietet Effizienzvorteile, die in Langstreckenrennen wie Daytona und Le Mans durch weniger zeitraubende Boxenstopps den Unterschied machen kann. „Für das Rennteam hat die Direkteinspritzung zwei Vorteile“, erläutert Kent. „Zum Ersten kann der Fahrer über das Gaspedal die Drosselklappe noch feiner dosieren, weil selbst kleinste Änderungen ein präzises Motor-Feedback liefern. Zum Zweiten bedeutet sie eine Verbrauchsreduzierung von rund drei Prozent, die bei einem 24-Stunden-Einsatz einen Tankstopp weniger bedeuten kann. Wenn man bedenkt, wie oft Rennen an der Box entschieden werden, kann sich daraus ein signifikanter Vorteil ergeben.“

Ein nach vorne geneigter Kühler, eine aerodynamisch wirksame Fronthaube, Luftkanäle in der Fahrzeugfront, Kühllufteinlässe für Getriebe und Differenzial: Das aerodynamische Konzept der Corvette Stingray basiert unmittelbar auf dem der C6.R. Mit kompromisslosen Maßnahmen für bestmögliche Kühlung und maximalen Abtrieb an Frontschürze, Seitenschwellern sowie durch neue Luftkanäle zur Bremsenkühlung heben die Corvette-Modelle Z06 und C7.R die Aerodynamik auf ein neues Niveau. „Wir haben die Aerodynamik für Z06 und C7.R mit dem Rennteam parallel entwickelt“, erläutert Juechter, „und dabei sogar die gleiche Modell-Testsoftware verwendet. Dadurch konnten die gleichen Daten und Windkanalmessungen verwendet werden. Das Ergebnis ist eine Corvette Z06 mit den höchsten jemals gemessenen Abtriebswerten eines GM-Serienmodells. Damit sind wir ganz nah an der aerodynamischen Performance eines Rennwagens.“

Natürlich gibt es auch Unterschiede zwischen Rennversion und Serienmodell. So übernahm die C7.R den Antriebsstrang der Vorgängerin C6.R, da das GT-Reglement den Hubraum auf 5,5 Liter begrenzt und Aufladung verbietet – die 625 PS starke Corvette Z06 besitzt aber einen 6,2-Liter-Motor mit Kompressoraufladung. Nichtsdestotrotz basieren beide Triebwerke auf der historischen Smallblock-Architektur. Die Z06-Radaufhängung wurde für die C7.R lediglich modifiziert, um die (wiederum im GT-Reglement festgeschriebene) breitere Rennbereifung und größere Bremsen aufnehmen zu können.

Der Hauptunterschied bei der Aerodynamik betrifft die Luftführung rund um das Fahrzeug. Verfügte die Corvette C6.R noch über Luftkanäle auf der Karosserieoberseite und im hinteren Flankenbereich, deren Gestaltung und Positionierung auf Forschungsergebnissen der staatlichen Aeronautikbehörde „US National Advisory Committee for Aeronautics“ (NACA) beruhten, wurden sie bei der C7.R in die hinteren Seitenwände oberhalb der Bremsenkühlkanäle verlegt. Der Effekt: zusätzliche Kühlung für Transaxlegetriebe und Differenzial. Der vergrößerte vordere Kühllufteinlass sorgt darüber hinaus für einen weicheren und homogeneren Luftstrom über den Heckflügel, der dadurch die Handlingqualität und die Fahrstabilität bei hohen Geschwindigkeiten weiter verbessert.