GTIaliano mit Kleeblatt: Alfa Romeo Giulietta QV

23.01.2015 | Christian Sauer | Testrides

Alfa Romeo Giulietta QV Drivers Club Germany Fahrbericht
Nachdem die Top-Version des Golf-Konkurrenten bereits letztes Jahr während unseres Tracktests auf der Rennstrecke einen guten Eindruck hinterließ, testeten wir den sportlichen Italiener nun im Alltag.

Alfisti, also die Fans einer der Traditionsmarken des Fiat-Konzerns können froh sein, dass Alfa Romeo nicht das Schicksal der ebenfalls legendären Schwestermarke Lancia teilt und mit dem kompakten MiTo, der größeren Giulietta sowie dem atemberaubenden 4C als Coupé und neuerdings auch als Spider immerhin noch drei Modelle im Programm hat. Zudem gibt es für die beiden Volumenmodelle zahlreiche Ausstattungspakete und Motorisierungen mit dem vierblättrigen Kleeblatt jeweils als Krönung. Auf Italienisch heißt es bekanntlich „Quadrifoglio Verde“ oder abgekürzt „QV“.

Während der MiTo QV gegen den VW Polo GTI kämpft, stellt die Giulietta QV eine reizvolle Alternative zum VW Golf GTI dar. Seit der letzten Überarbeitung gibt es den Alfa nun auch mit serienmäßigem Doppelkupplungsgetriebe – allerdings alternativlos – was Anhängern klassischer Handschaltungen nicht gefallen wird. Dabei erledigt das TCT (Twin Clutch Technology) genannte Getriebe mit sechs Gängen seine Aufgabe meistens überzeugend, nur in Extremsituationen findet es manchmal nicht sofort den richtigen Anschluss. Insgesamt fügt es sich mit schnellen und zumeist sanften Schaltvorgängen harmonisch in das sportliche Gesamtpaket ein.

 

Die 240 PS seines Vierzylinder-Turbomotor mit 1,8 Liter Hubraum treibt auch den 4C an, wuchtet seine 340 Nm Drehmoment ab 2.000 Touren allerdings nicht wie beim Leichtbau-Sportler auf die Hinter-, sondern auf die Vorderräder der Giulietta mit 1.395 kg Norm-Gewicht. Vor allem auf nasser Strecke sollte man beim Anfahren das Gaspedal sensibel behandeln oder den Regen- und Schnee-Modus (All Weather) der DNA-Fahrdynamik-Regelung wählen. Während N(atural) zum „normalen“ Fahren gedacht ist, lohnt ein genauerer Blick auf D(ynamic). Dann reagiert das Gaspedal noch sensibler und der Ladedruck des Turbos wird bei Vollgas per Overboost erhöht. So befeuert sind 6,6 Sekunden von 0 auf 100 und 244 m/h Höchstgeschwindigkeit drin.

Damit die Kraft sicher und verlustfrei auf die Straße gebracht werden kann, wird dann auch die elektronische Differenzialsperre Q2 aktiviert. Dank des aktiven Bremseingriffs simuliert es die Funktion eines mechanischen Sperrdifferenzials, ohne typische Nachteile wie Einflüsse auf die direkte(re) Lenkung zu zeigen. Außerdem greift im Sport-Modus das ESP später ein und der Druck im Bremssystem wird vorausschauend leicht erhöht, um bei Bedarf ein schnelleres Ansprechen und damit einen kürzeren Bremsweg zu ermöglichen. Die so genannte „Pre Fill“-Funktion wird nach jedem schnellen Wegnehmen des Gaspedals aktiviert und das Bremspedalgefühl erhöht. Zusammen mit den Brembo-Stoppern ergibt es für die Leistung angemessene Verzögerungswerte. Das 15 Millimeter tiefer gelegte Sportfahrwerk und die serienmäßigen 17 Zoll großen Leichtmetallräder machen die Giulietta QV zum überraschend neutralen Kurvenkünstler. Untersteuern konnten wir selbst mit den Winterrädern gleichen Formats nicht feststellen.