NAIAS: Alfa Romeo 4C Spider

13.01.2015 | Christian Sauer | News

Alfa Romeo 4C Spider Drivers Club Germany
Das Warten hat ein Ende – nun präsentieren die Italiener nach dem von uns bereits getesteten Coupé endlich auch den 4C als offenen Spider.

Wie fast jedes Jahr ist es wieder bitterkalt in Detroit im US-Bundesstaat Michigan. Doch die North American International Auto Show sorgt dafür, dass es Sportwagenfans richtig warm ums Herz wird. Der Alfa Romeo 4C Spider feiert auf der ersten wichtigen Automobilmesse des Jahres seine Weltpremiere in der Serienversion. Die Cabriolet-Variante verkörpert perfekt die Tradition der Marke, Rennsport-Technologie mit Open-Air-Vergnügen zu einem faszinierenden Spider kombinieren. Auf der einen Seite stehen das für ein rekordverdächtig geringes Leistungsgewicht verantwortliche Monocoque aus dem Formel-1-Werkstoff Kohlefaser, der Vollaluminium-Mittelmotor mit Turbolader, Benzin-Direkteinspritzung und Doppelladeluftkühler, der für einen Alfa Romeo typische Auspuffsound sowie atemberaubendes italienisches Design. Auf der anderen das Stoffverdeck oder auf Wunsch ein Kohlefaser-Hardtop.

Die Modellbezeichnung des neuen Alfa Romeo 4C Spider ist eine Hommage an legendäre Fahrzeuge aus der Historie der Marke. Wie bereits der vielfach preisgekrönte Alfa Romeo 4C setzt der neue Alfa Romeo 4C Spider diese Tradition fort. Sein Vierzylinder-Mittelmotor mit 1.750 Kubikzentimeter Hubraum, Turbolader, Benzin-Direkteinspritzung, Doppelladeluftkühler und der beeindruckenden spezifischen Leistung von 137 PS pro Liter Hubraum stellt modernste Triebwerkstechnologie dar. Zu dieser Tradition der italienischen Marke gehört auch, dass zweisitzige Spider in Kombination mit dem unvergleichlichen Sound eines leistungsfähigen italienischen Motors das Fahrvergnügen weiter steigern und noch mehr zu der aufregenden Erfahrung machen, die typisch für jede Tour mit einem Alfa Romeo ist. Der neue Alfa Romeo 4C Spider macht in dieser Hinsicht keine Ausnahme. Serienmäßig rollt der neue Alfa Romeo 4C Spider auf Rädern der Dimension 7 x17 Zoll an der Vorderachse und 8 x 18 Zoll hinten, wahlweise in den Farben Silber- oder Dunkelgrau. Optional sind noch größere, geschmiedete Felgen – 7 x 18 Zoll vorne, 8,5 x 19 Zoll hinten – erhältlich, ebenfalls silber oder dunkelgrau lackiert. Für die serienmäßig silbern lackierte Bremssättel stehen drei Wunschfarben zur Wahl: Rot, Gelb und Schwarz.

Der Vierzylinder-Turbomotor, gewissermaßen das Herz des Alfa Romeo 4C Spider, liegt unter einer Haube, die mit drei Luftauslassöffnungen für moderate Temperaturen im Motorraum sorgt. Ein Spoiler auf der Abrisskante optimiert die Aerodynamik. Zwei muskulöse Wölbungen auf den hinteren Kotflügeln betonen die Karosserie oberhalb der Gürtellinie, symbolisieren Kraft und bilden die Basis für die schwarze – auf Wunsch in Kohlefaser ausgeführte – Verkleidung des Überrollbügels. In den vorderen Abschluss der Kotflügel sind große Lufteinlässe für den Motor integriert. Die runden LED-Heckleuchten sind in die Karosserie eingelassen. Auf Wunsch ist eine Abgasanlage von Motorsport-Spezialist Akrapovič erhältlich, die in zwei mittigen Endrohren ausläuft.

 

Prägend für die skulpturale Motorhaube ist der in V-Form verlaufende Dom, der vorne in die traditionell dreieckige Kühleröffnung übergeht. Dieses Scudetto formt zusammen mit den beiden seitlich in der Frontschürze angeordneten Lufteinlässen das ebenfalls für Alfa Romeo typische so genannte „Baffi“ (italienisch für „Schnurrbart“). Die Windschutzscheibe selbst wird von einem Rahmen aus Kohlefaser gehalten, der das gesamte Fahrzeug in diesem Bereich zusätzlich verstärkt und das Gewicht reduziert. Er nimmt außerdem die  Befestigungspunkte für das Stoffverdeck beziehungsweise das herausnehmbare Dach aus Kohlefaser auf.

Das Cockpit des neuen Alfa Romeo 4C Spider ist betont zweckorientiert und zeigt klare Anklänge an einen Rennwagen. Deutlich wird dies unter anderem durch die in vielen Bereichen sichtbare Kohlefaser-Struktur des Monocoque, das unten abgeflachte Lederlenkrad mit den Schaltwippen und die aus Aluminium gefertigten Pedale. Fahrer und Beifahrer nehmen in Ledersitzen Platz, die durch einen Rahmen aus Composite-Material besonders guten Seitenhalt bieten. Zur Serienausstattung gehören außerdem Innenverkleidungen aus Leder mit Akzentnähten sowie Einfassungen der Luftausströmer aus Kohlefaser. Modernste Technologie verkörpert auch das zentrale Informationsdisplay mit Sieben-Zoll-TFT-Bildschirm. Hier werden relevante Daten zu den wichtigsten Betriebswerten des Spider klar und übersichtlich dargestellt – der Fahrer kann sie ablesen, ohne den Blick von der Straße zu wenden. Für Musikgenuss der Spitzenklasse ist der neue Alfa Romeo 4C Spider mit einer Premium-Audioanlage ausgestattet, die einen MP3-fähigen CD-Player bietet und auch digitale Radiostationen (DAB) empfängt. Sie ermöglicht dank Bluetooth-Fähigkeit darüber hinaus die kabellose Integration von Smartphones – inklusive Freisprechanlage und Musik-Streaming – sowie mittels USB-Buchse den Anschluss externer Audiospeicher (zum Beispiel iPod). In den USA ist die dort von Alpine stammende Anlage außerdem in der Lage, Satellitenradio (SiriusXM Radio) zu empfangen.

Das Angebot rund um den neuen Alfa Romeo 4C Spider schließt auch eine Vielzahl von Individualisierungsmöglichkeiten ein. Zur Wahl stehen sieben Karosseriefarben: Rosso Alfa, Nero, Bianco, der Metalliclack Grigio Basalto, das für den neuen Spider exklusive Giallo sowie die Mehrschicht-Lackierungen Rosso Competizione und Bianco Madreperla. Passend dazu können Kunden aus sechs Varianten für die Cockpitgestaltung auswählen. Völlig neu ist die Kombination von tabakfarbenem Leder mit schwarzen Kontrastnähten für Instrumententafel, Türverkleidungen und Lenkrad. Die Palette enthält außerdem schwarzes Leder mit roten oder erstmals auch gelben Nähten, rotes Leder mit roten Nähten sowie exklusiv im Ausstattungspaket „Sport“ Rennsitze, die mit schwarzem Leder mit roten oder gelben Akzentnähten bezogen sind. Die Sitzflächen sind dabei – wie in einem Rennwagen – in rutschfestem Mikrofaserstoff ausgeführt.

Dank Mittelmotor-Layout, kompakten Abmessungen und modernster Technologie gehört der neue Alfa Romeo 4C Spider zu den leistungsfähigsten und agilsten Sportwagen. Er beschleunigt aus dem Stand auf Tempo 100 in 4,5 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 258 km/h. Bei einer Vollbremsung wirken Verzögerungskräfte von 1,25 g auf die Passagiere, in Kurven erreicht die Querbeschleunigung bis zu 1,1 g. Bei der Entwicklung des Monocoque für den Alfa Romeo 4C Spider orientierten sich die Ingenieure an der Formel 1 und der Liga der Supersportwagen. Das so genannte Pre-Preg-Verfahren (für „preimpregnated fibres“, vorimprägnierte Fasern) gestattet es, die Laufrichtung der Kohlefasermatten genau so anzuordnen, dass die jeweilige Belastung optimal aufgenommen wird. Dadurch gewährleistet Kohlefaser ein Verhältnis aus Festigkeit und Gewicht, das mit keinem anderen Material darstellbar ist. Obwohl Kohlefaser nur etwa 15 Prozent des Gewichtes von Stahl auf die Waage bringt, ist es drei Mal belastungsfähiger. Das gesamte Monocoque wiegt nur 107 kg. Die tragende Struktur des neuen 4C Spider wird durch aus Aluminium gefertigte Hilfsrahmen an Front und Heck sowie für den Motor ergänzt – auch dies eine aus dem Motorsport adaptierte Technologie.

Dank des Kohlefaser-Monocoque fallen die strukturellen Unterschiede zwischen Alfa Romeo 4C und Alfa Romeo 4C Spider deutlich geringer aus als bei vergleichbaren offenen Fahrzeugen und den als Basis dienenden Coupés. Dazu trägt unter anderem der Windschutzscheibenrahmen aus Kohlefaser bei, der mit dem Monocoque verschraubt ist. Er sorgt zusammen mit dem aus Aluminium gefertigten Überrollbügel hinter dem Cockpit, der außerdem die Befestigungspunkte für die Motorhaube stellt, für einen niedrigen Fahrzeugschwerpunkt. Ein zusätzlicher Querträger im Motorraum erhöht die Torsionssteifigkeit der Karosserie noch weiter. Die Karosserie des neuen Alfa Romeo 4C Spider wird aus dem Faser-Kunststoff-Verbundwerkstoff SMC (Sheet Moulding Compound) gefertigt, der gegenüber Stahl einen Gewichtsvorteil von rund 20 Prozent bietet und dennoch belastbarer ist. Eine weitere Gewichtsreduzierung erreichten die Ingenieure durch die Verwendung von zehn Prozent dünnerem Glas. Windschutzscheibe und Seitenscheiben sind so etwa 15 Prozent leichter. Und schließlich verkörpern auch die Sitze modernste Leichtbau-Technologie, ihre Rahmen sind aus Kohlefaser und glasfaserverstärktem Kunststoff hergestellt.

Der neue Alfa Romeo 4C Spider wird von einem Vierzylinder-Turbomotor angetrieben, der aus einem für Alfa Romeo traditionsreichen Hubraum von 1750 Kubikzentimeter 240 PS produziert. Dies entspricht einer beeindruckenden spezifischen Leistung von 137 PS pro Liter Hubraum. Motorblock und Zylinderkopf aus Aluminium, doppelte Phasenverstellung der beiden obenliegenden Nockenwellen und Turboaufladung machen den Vierzylinder zum Hightech-Triebwerk. Die Benzin-Direkteinspritzung arbeitet mit einem Druck von 200 bar und verwendet Injektoren mit Mehrlochdüsen. Die Kurbelwelle verfügt über acht Ausgleichsgewichte, mit denen Vibrationen bei hohen Drehzahlen reduziert werden. Außerdem wurden Ein- wie Auslassseite im Zylinderkopf nochmals gründlich optimiert, um so den sportlichen Charakter des Triebwerks noch weiter zu verstärken. Der elektrisch gesteuerte Kühlkreislauf sorgt außerdem dafür, dass der Motor schneller Betriebstemperatur erreicht – die Senkung der Emissionen ist ein positiver Nebeneffekt.

 

Die zweiflutige Abgasanlage ist nicht nur perfekt auf das Mittelmotor-Layout des Alfa Romeo 4C Spider angepasst. Das Resultat ist ein spontanes Ansprechverhalten des Turboladers. Ein zusätzlicher Effekt wird durch die Form des Abgaskrümmers erreicht. Die ausströmenden Gase werden hier in pulsförmige Schwingungen versetzt, die bei niedrigen Motordrehzahlen die Zylinderbefüllung positiv beeinflussen und so das zur Verfügung stehende Drehmoment steigern. Das maximale Drehmoment fällt mit 350 Newtonmeter üppig aus, 80 Prozent dieser Kraft sind schon bei 1.700 Touren abrufbar. Der Motorsound gehört zu den wichtigsten Charakteristika jedes Alfa Romeo. Der neue Alfa Romeo 4C Spider treibt diese Strategie auf die Spitze – mit einer auf Wunsch verfügbaren Dual-Mode-Abgasanlage von Akrapovič. Die im Rennsport – darunter auch in der Formel 1 – weltweit erfolgreiche Firma fertigt aus Titan eine zweistufige Anlage mit asymmetrischen Schalldämpfern, die mittels einer speziellen Resonanzleitung die auf das Cockpit übertragenen Vibrationen verringert. Die Heckschürze ist rund um die beiden mittigen Endrohre mit einer Verkleidung aus Kohlefaser verstärkt. Zur Wahl steht neben der serienmäßigen Abgasanlage außerdem ein Sportauspuff, dessen zwei Endrohre konzentrisch geformt sind.

Der Turbomotor des Alfa Romeo 4C Spider ist mit dem Doppelkupplungsgetriebe Alfa Romeo TCT (Twin-Clutch Transmission) kombiniert, das auf den Charakter des neuen Cabriolets abgestimmt ist. Gangwechsel werden mittels Schaltwippen am Lenkrad erledigt, die Geschwindigkeit ist abhängig vom Modus der Fahrdynamikregelung Alfa Romeo D.N.A., den der Fahrer in vier Stufen anwählen kann. Am aggressivsten schaltet die Elektronik in den Positionen „Dynamic“ und „Race“, Gangwechsel werden dann innerhalb von nur 130 Millisekunden erledigt. Komfortabler erfolgen die Gangwechsel in den Fahrstufen „Natural“ und „All-Weather“. In den Stellungen „Dynamic“, „Natural“ und „All-Weather“ stellt Alfa Romeo TCT außerdem einen Automatik-Modus zur Verfügung. Die elektronische Fahrdynamikregelung Alfa Romeo D.N.A. gestattet dem Fahrer, per Schalter das Temperament des Alfa Romeo 4C Spider je nach Wunsch zu verändern. Zusätzlich zu den Standardstufen „Dynamic“, „Natural“ und „All Weather“ – die Ursprünge des Kürzels D.N.A. – steht der Modus „Race“ zur Verfügung. Die Eingriffe der elektronischen Fahrassistenzsysteme, beispielsweise der elektronischen Fahrstabilitätskontrolle (ESP) oder des elektronischen Sperrdifferenzials Q2, werden an den gewählten Modus des Alfa Romeo D.N.A. angepasst.

Auch die Radaufhängungen des neuen Alfa Romeo 4C Spider stecken voller Rennsport-Technologie. An der Vorderachse kommen doppelte Dreiecksquerlenker zum Einsatz. Das Stoßdämpfer-Feder-Element ist oben direkt am Kohlefaser-Monocoque angelenkt. An der Hinterachse setzen die Konstrukteure auf eine weiter entwickelte Variante des bewährten McPherson-Federbeins. An Vorder- und Hinterachse konnte das Gewicht durch die Verwendung von Aluminium und hochfesten Stählen reduziert werden, gleichzeitig ermöglicht die Anordnung von Federbeinen und Lenkern eine sehr tiefe Aufhängung der Karosserie. Entsprechend dem Konzept des minimalen Gewichts bei maximaler Fahrzeugkontrolle verzichtet der neue Alfa Romeo 4C Spider auf die übliche hydraulische Servounterstützung der Lenkung. Stattdessen sorgt eine vollkommen mechanische Lenkung, mit einem Verhältnis von 15,7:1 relativ direkt übersetzt, für unverfälschte Rückmeldungen von Fahrzustand und Fahrbahnbeschaffenheit an den Fahrer. Das geringe Gewicht des Alfa Romeo 4C Spider unterstützt das Rennwagen-typische Gefühl am Lenkrad. Die von Rennsport-Spezialist Brembo entwickelte Bremsanlage des neuen Alfa Romeo 4C Spider ist für den Einsatz unter extremen Anforderungen auf der Rennstrecke ausgelegt. An der Vorderachse packen pro Rad vier Aluminium-Bremskolben zu, die innenbelüfteten und gelochten Scheiben führen auch sehr hohe Temperaturen optimal ab. Bei Bedarf lassen sich auf diese Weise Verzögerungskräfte von bis zu 1,25 g realisieren.

Auf Wunsch kann der Alfa Romeo 4C Spider weiter individualisiert werden. So enthält das Zubehör-Paket „Sport“ geschmiedete Leichtmetallräder in den Dimension 7×18 Zoll vorne/8,5×19 Zoll hinten, Sportreifen des Typs Pirelli P Zero „AR Racing“, eine Sportabgasanlage, ein spezielles Sportfahrwerk mit High-Performance Stoßdämpfern und straffer abgestimmten Stabilisatoren an Vorder- und Hinterachse sowie aus Kohlefaser gefertigte Gehäuse der Außenspiegel. Im Innenraum sorgen das unten abgeflachte Sportlenkrad mit Leder/Mikrofaser-Bezug, Kohlefaser-Einfassungen der Instrumente sowie auf Wunsch die Schalensitze mit Leder/Mikrofaser-Bezug und roten oder gelben Kontrastnähten für noch ausgeprägtere Rennwagen-Atmosphäre.

Die Fertigung des neuen Alfa Romeo 4C Spider kombiniert die Kompetenzen zweier legendärer Marken – das Rennsport- und Hochleistungs-Knowhow von Alfa Romeo mit der handwerklichen Perfektion von Maserati. Entworfen vom Alfa Romeo Centro Stile, wird das neue Cabriolet ebenso wie das technisch verwandte Coupé Alfa Romeo 4C im Maserati Stammwerk in Modena produziert. Zusätzlich tragen namhafte italienische Automobilzulieferer, die auf ihrem Fachgebiet zu den besten der Welt gehören, zu der Faszination dieser beiden Sportwagen bei.