Reportage: 24h Rennen in der „grünen Hölle“ Nürburgring

26.06.2014 | Jan Minor | News

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Zum 42. Mal fand das 24-Stunden-Rennen am Nürburgring statt und wurde einmal wieder zum Mittelpunkt der Motorsportwelt. Die schwierigste Rennstrecke der Welt forderte den Fahrern und ihren Boliden alles ab. Drivers Club Germany Redakteur war hautnah an der Strecke dabei.

Am Samstag den 21. Juni starten 175 Fahrzeuge bei optimalen Wetterbedingungen und mit Vollgas den Ritt durch die „Grüne Hölle“. Die 73 Kurven, wo keine der anderen gleicht, machen den Nürburgring zur schwierigsten Rennstrecke der Welt. Viele prominente Fahrer sind dieses Jahr im Starterfeld. Darunter auch Felix Baumgartner:  „Den Traum, an diesem Rennen teilzunehmen, hatte ich schon als kleiner Junge“. Nun geht sein Traum in Erfüllung und er mit dem Audi R8 LMS Ultra an den Start.

Mit dabei sind auch drei Nissan Nismo GT-R GT3, die diesmal ganz vorne um die Positionen im Gesamtklassement mitfahren wollen.  Der schnelle Japaner bietet 550 PS, die auf ein Leergewicht von rund 1.300 Kilogramm treffen. Auch in Sachen Fahrer spielen sie ganz vorne mit. Im Cockpit sitzen unter anderem Ex-Formel-1-Pilot Nick Heidfeld und die Gewinner der Nissan GT Academy. Für Florian Strauss, siegreich bei der letzten Talentsuche, ist es das erste große Rennen. Der Berliner kam von der Spielkonsole zum Motorsport.

Als richtige Einstimmung gibt es bereits einen Tag vor Beginn des Rennens echte Motorsport-Highlights an mehreren Teilen der Rennstrecke zu erleben. In der Müllenbachschleife findet am Freitagabend die berühmte Driftshow und eine Freestyle-Motocross-Show statt. Die teilweise schon zum Wochenbeginn angereisten Fans feiern dort ausgiebig mit viel Lärm, qualmenden Reifen und dem Geruch von Gummi.

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Untergebracht sind wir vom Drivers Club Germany im Nissan Nismo Racing Camp. Von dieser exklusiven Location haben wir eine perfekte Sicht auf einen großen Teil der Grand Prix Stecke. Zusammen mit anderen Bloggern, Journalisten und Motorsport-Fans wird hier gezeltet, gegrillt, das Renngeschehen beobachtet und gefachsimpelt. Auf der großen Leinwand mitten im Camp läuft das Nürburgring 24h TV, um auch die anderen Bereiche der Strecke genau im Blick zu haben. Natürlich werden auch alle WM-Spiele und das Formel-1Rennen am Sonntag übertragen. Außerdem feiert hier der neue Nissan GT-R Nismo seine lang-erwartete Deutschlandpremiere. Der Superportwagen leistet 600 PS und ist dem „normalen“ GT-R somit nochmals 51 PS voraus. Nismo-Markenbotschafter und Rennfahrer Michael Krumm bezwang im Nismo GT-R  – wohlgemerkt nicht mit dem Rennwagen, sondern mit Straßenzulassung – den Nürburgring schon in einer wahnsinnigen Zeit von 7:08.679 Minuten. Ob er die Zeit im Rennen mit viel Verkehr toppen kann?

 

Für uns steht erstmal ein Besuch im Fahrerlager an, wo sich tausende Fans tummeln. Da sich immer vier Teams eine Box teilen müssen und dort nicht all zu viel Platz ist, ziehen sich die Teams gerne auch ins Fahrerlager zurück. Das kommt den Fans zu Gute. Diese schauen den Mechanikern über die Schulter, können sich mit den Teammitgliedern unterhalten und ergattern abgefahrene Reifen als Trophäe für Zuhause. Doch das rückt erstmal in den Hintergrund, wenn um 14:20 Uhr auf der Grand-Prix-Stecke  die Startaufstellung beginnt. Die Start-Ziel-Gerade ist nun für alle Gäste zugänglich. Die Fans können die Teams hautnah erleben, letzte Fragen stellen und die Boliden aus der Nähe begutachten. „In der Einführungsrunde bekomme ich immer Gänsehaut. Es werden Leuchtfeuer gezündet, Raketen gehen hoch – es ist ein ganz besonderes Gefühl und ein sensationeller Motivationsschub“ erzählt Lance David Arnold, der mit dem Black Falcon Team letztes Jahr im Mercedes-Benz SLS AMG den Sieg einfuhr.

 

Um 16 Uhr ist es dann endlich soweit: Das härteste 24 Stunden Rennen der Welt geht los. Im Nissan Nismo Camp stehen alle auf den Bänken und schauen gespannt in Richtung Rennstrecke, bis die ersten Boliden um die Kurve schießen. Wichtig ist nun, dass die Teams, die sich eine Box teilen, gut miteinander  kommunizieren. Sonst kommen im schlimmsten Fall alle vier Autos gleichzeitig in die Box kommen. Grund genug gibt es leider auch – viele Piloten vergessen anscheinend, dass es sich um ein Langstreckenrennen handelt und sind schnell, viel zu schnell. Zahlreiche spektakuläre Unfälle sind die Folge, die den Boxencrews viel Arbeit oder einen vorzeitigen Feierabend bescheren. Leider erwischt es auch das Nissan GT Academy Team von Michael Krumm mit der Startnummer 30 bei einer Kollision und die einstigen Mitfavoriten werden dadurch aus dem Rennen gerissen. Pech auch für das Team von Nick Heidfeld , das ebenfalls nach einer Kollision weit zurückgeworfen wird. Während des spannenden Rennens gibt es insgesamt 32 Führungswechsel.