Spektakel: 24h-Rennen auf dem Nürburgring

21.05.2013 | Christian Sauer | News

24h-Rennen Nürburgring Drivers Club Germany

Was für ein Wochenende – Regen und Nebel ließ das 24h-Rennen auf dem Nürburgring fast ins Wasser fallen, aber die über 200.000 Fans kamen in der Eifel dennoch auf ihre Kosten. Es gab tolle Racing-Action und Spannung bis zur Zielflagge. Wir, von Drivers Club Germany, waren live vor Ort und werden die interessantesten Aspekte aufarbeiten. Neben diesem Bericht folgt noch eine Story über den Aston Martin Rapide S Hydrogen Hybrid, die große 100-Jahre-Feier von Aston Martin samt 007 Daniel Craig und dem einzigartigem Sondermodell CC100 Speedster Concept. Sogar Nico Rosberg und Michael Schumacher waren mit einer ganzen Flotte von AMG-Boliden am Ring – das alles liefern wir bald nach – versprochen!

Seit über einem Jahr wurde auf diesen Moment hingearbeitet: Es ist Sonntag, der 19. Mai Punkt 17.00 Uhr und die Startampel schaltet auf grün! Ab jetzt zählt die Uhr rückwärts, 24 Stunden lang bis zum Ende des legendären Langstreckenrennens auf dem Nürburgring. Noch zeigt sich das berüchtigte Eifelwetter von seiner wohlgesonnenen Seite und die 180 Rennwagen machen sich in mehreren Startergruppen auf den Weg zur Grand-Prix-Strecke und dann auf die Nordschleife. Letztgenannter und längster Teil der insgesamt 25 km langen Piste trägt nicht zu Unrecht den Spitznamen „Grüne Hölle“. Quer durch die malerische Landschaft schlängelt sich das schmale Asphaltband, wofür die mehr als 700 Fahrerinnen und Fahrer aus der ganzen Welt kaum ein Auge haben, da die Strecke mit den atemberaubenden Kurven und wenigen Auslaufzonen keine Fahrfehler erlaubt. Wer doch einen begeht, landet meist direkt in der Leitplanke und hat Glück, das Rennen fortsetzen zu können. Das Ziel vieler Teams ist es „einfach nur“ 24 Stunden ohne größere Schäden durchzuhalten und am nächsten Tag wohlbehalten im Ziel anzukommen.

Das 41. ADAC Zurich 24h-Stunden-Rennen dürfte als kürzeste – dafür aber als eine der ereignisreichsten Auflagen des Langstreckenklassikers in die Motorsport-Historie eingehen. Bis zum Abend hält das Wetter, doch dunkle Regenwolken am Horizont lassen Schlimmes erahnen. Auf trockenem Asphalt geht es in die Abendstunden hinein und für die Piloten auf der Strecke werden ihre Stints (Einsätze) zunehmend schwieriger. Im Licht der Scheinwerfer wirkt die Strecke noch schmaler als sie ohnehin schon ist und während sich die schnellsten Autos mit blauen Zusatzlichtern, sowie intensivem Einsatz ihrer Lichthupe, den Weg frei machen, müssen die langsameren Fahrzeuge abseits der Ideallinie auf Kurs bleiben. Die Geschwindigkeitsunterschiede im Feld sind ebenso unterschiedlich wie die Budgets, die Amateur-Mannschaften mit ihren seriennahen Kleinwagen von professionellen Teams mit reinrassigen Rennwagen unterscheiden. Audi und BMW scheuten noch nicht einmal den Aufwand und fliegen ihre DTM-Piloten Rockenfeller, Farfus und Tomcyzk nach dem beendeten Tourenwagen-Rennen in Großbritanien direkt zum Nürburgring ein. Kaum zu glauben, aber die Doppelbelastung scheint den austrainierten Sportlern nichst anzuhaben.

Doch die guten Nachrichten enden vorerst ca. 5 ½ Stunden nach dem Start. Starker Regenfall und dichter Nebel auf der Strecke gefährden die Sicherheit der Piloten und führen zum Abbruch des Rennens. Nach der roten Flagge müssen alle Fahrzeuge zurück in die Box, wo trotz der außerordentlichen Situation kein Verkehrschaos entsteht. Niemand weiß zu diesem Zeitpunkt, ob oder wann das Rennen wieder gestartet werden kann. Der Regen hält an und wird sogar noch stärker. Inzwischen gibt es eine amtliche Warnung vor Unwetter und vor allem die Fans, die direkt neben der Strecke campen und feiern, sind nicht zu beneiden. Insgesamt werden über 200.000 Besucher gezählt und ein Großteil muss nun die Nacht bei Temperaturen unter 10 Grad auf durchnässten Boden aushalten – und das ohne die geliebten Rennwagen.